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Möglicher Abzug von Truppen : „Ein schwerer strategischer Fehler“

Letzter Salut: Geht es nach Trump, könnte es in Wiesbaden-Erbenheim wieder eine Abschiedsszene wie diese geben. Bild: Frank Röth

Donald Trump will angeblich fast 10.000 Soldaten aus Deutschland abziehen. Aus dem Hauptquartier der Army in Wiesbaden kommt deutliche Kritik.

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          Das Army-Hauptquartier in Wiesbaden verweist auf das Pentagon. Und die Botschaft in Berlin auf das Weiße Haus. „Wir haben keine weiteren Informationen“, heißt es bei allen amerikanischen Stellen auf Fragen zum angeblich unmittelbar bevorstehenden, umfangreichen Truppenabzug aus Deutschland. Überall herrscht Schweigen, und auch in Washington fallen die Reaktionen auf den Bericht des „Wall Street Journal“, Präsident Donald Trump habe bis September eine Reduzierung der Militärpräsenz von gut 35.000 um 9500 Soldaten angeordnet, sehr mager aus. Dort heißt es lediglich, der Präsident überprüfe ständig den Einsatz amerikanischer Soldaten im Ausland. Und: „Die Vereinigten Staaten sind weiterhin entschlossen, mit unserem engen Verbündeten Deutschland zusammenzuarbeiten.“

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dass es aus dem Europa-Hauptquartier der Army in der Wiesbadener Clay-Kaserne keine offizielle Reaktion gibt, ist nicht überraschend. Dort ist man mit Äußerungen traditionell sparsam – und der aktuelle Kommandeur, Generalleutnant Christopher Cavoli, erweist sich als besonders öffentlichkeitsscheu. Hinter vorgehaltener Hand wird dort allerdings mit Kritik nicht gespart. Manche Offiziere sind nach den wiederholten Abzugsdrohungen Trumps zwar nicht grundsätzlich überrascht, wundern sich aber über den Zeitpunkt der Enthüllung und das Ausmaß der Reduzierung um mehr als ein Viertel der aktuellen Truppenstärke. Andere äußern sich unumwunden harsch, sprechen von einem „schweren strategischen Fehler“ und einem unrealistischen, politisch motivierten Schritt.

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