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Cannabis-Laden in Offenbach : Mit Hanfblüten in der Grauzone

Unverdrossen: Lara Graumann und Marek Dörzenbach versuchen zum zweiten Mal ihr Glück. Bild: Marcus Kaufhold

Weil sie von der wohltuenden Wirkung der alten Kulturpflanze überzeugt sind, hat ein junges Paar in Offenbach ein Geschäft eröffnet. Doch die rechtliche Lage ist unklar.

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          Die junge Frau balanciert um die am Boden liegende Leuchtreklame herum, um an die Theke des kleinen Geschäftes zu gelangen. Darauf stehen große Gläser mit kleinen Tütchen darin. Die Kundin lächelt, sie ist begeistert. Das Geschäft hat gerade erst an der Feldstraße in Offenbach eröffnet. „Green Haus Offenbach“ steht auf der Reklame. Lara Graumann und Marek Dörzenbach sind an diesem Morgen noch nicht dazu gekommen, den großen Plexiglaskasten mit dem Schriftzug über dem Eingang zu montieren. Auf dem Schild sind auch große grüne Knollen zusehen – getrocknete Cannabisblüten in Übergröße. Die Botschaft: In dem in kaltem Weiß gehaltenen Laden gibt es Cannabis-Produkte. Öle, Körperlotion und Badesalz, aber auch Hanf-Blüten, wie sie auf dem Reklameschild zu sehen sind.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Und an dieser Stelle wird die Sache heikel, wie Sascha Waterkotte vom Deutschen Hanfverband sagt. Denn zurzeit werde das Betäubungsmittelgesetz vielerorts wieder sehr restriktiv ausgelegt, wodurch jeder Handel mit Cannabis-Blüten zum Risiko werde. Und zwar nicht nur der mit der Hanf-Variante, in dem das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) in wirksamer Dosierung enthalten ist. Auch der Handel mit Cannabis-Züchtungen könne heikel werden, die mit 0,2Prozent nur eine verschwindend geringe Menge dieser psychoaktiven Substanz aufwiesen, dafür aber Cannabidiol (CBD) in erheblichen Mengen. Dass Cannabidiol nicht berausche und keine Sucht erzeuge, wohl aber eine entspannende und krampflösende Wirkung habe, spiele für manche Behörden keine Rolle, heißt es beim Hanfverband weiter.

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