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Hanauer Wildpark : Frisches Blut für Hanauer Wölfe

Junger Wilder: Fünf Wolfswelpen hat der Hanauer Wildpark bekommen. Bild: dpa

Das Wolfsrudel in der alten Fasanerie soll wachsen: Fünf Jungtiere aus einem Tierpark bei Anholt sind jetzt nach Hanau umgezogen.

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          Sie heißen Brunhild, Isolde, Gunther, Richard und Tristan und sind die neuste Attraktion im Wildpark Alte Fasanerie in Hanau-Klein-Auheim. Am Montag sind die fünf zwischen neun und elf Wochen alten Welpen in das fast zwei Hektar große Gehege der europäischen Wölfe eingezogen. Auch wenn die fünf Jungtiere noch ganz klein sind, haben sie dort die vorhandenen Bewohner, Siegfried und dessen Ziehvater Roy, in einige Unruhe versetzt.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Vor allem der in die Jahre gekommene Roy lief in der ersten Zeit aufgestört am Rande des Geheges herum. Doch mittlerweile ist Wildbiologin und Wolfsexpertin Marion Ebel ganz beruhigt. Es habe gar nicht lange gedauert, da seien schon drei der Neuankömmlinge munter den Großen hinterhergestiefelt. Die beiden anderen Jungtiere hätten sich unterdessen in eine der Höhlen der Anlage verkrochen. In ein bis zwei Jahren rechnet Ebel damit, dass mindestens eine der Höhlen nicht nur zum Rückzug der Tiere dienen wird, sondern vielmehr zur Aufzucht eines Wurfes von Jungwölfen.

          Auf Wolfsaufzucht in Hessen spezialisiert

          Die drei Wolfsrüden holte Ebel aus dem Tierpark Schloss Tambach in Bayern, die beiden Wolfsweibchen kommen aus dem Park „Anholter Schweiz“. Die fünf Wölfe stammen von fünf Müttern, so dass eine große Bandbreite von genetischen Anlagen gute Voraussetzungen für eine gesunde Fortpflanzung schaffen.

          Denn nach vielen Jahren soll im Wildpark, wo einst bis zu 18 europäische Wölfe lebten, wieder ein größeres Rudel von Grauwölfen entstehen. Damit würde der Hanauer Wildpark zu einem Schwerpunkt der Wolfshaltung in Hessen, denn neben den europäischen Wölfen gibt es noch sechs Polarwölfe, alles Handaufzuchten, die in den vergangenen Jahren den Wildpark überregional bekannt machten.

          Ab 18 Tieren wird das Wolfsrudel zu groß

          Bei den Polarwölfen hat es mit eigenem Nachwuchs bisher allerdings nicht geklappt. Die ältesten drei Tiere, Ayla, Scott und Kahn, sind Geschwister, weshalb der Funke wahrscheinlich nie übergesprungen ist. Auch das zweite, jüngere Polarrudel besteht aus einem Geschwistertrio. Dort könnte sich eines Tages noch Nachwuchs einstellen. Bei den europäischen Wölfen wird es nach den Erwartungen Ebels vermutlich weniger kompliziert. Sie vermehrten sich in der Regel sehr gut. Schon in einem Jahr seien ein oder zwei Würfe mit zwischen vier und sechs Welpen denkbar. Wenn das doch noch zu früh sei, werde sich aller Wahrscheinlichkeit nach mindestens in zwei Jahren Nachwuchs einstellen.

          Mit 18 Exemplaren hätte das Wolfsrudel eines Tages seine Obergrenze erreicht. Dann müssten die Tiere sterilisiert werden. Vor Jahren war das Rudel schon einmal so groß, danach hätten die Wölfe selbst dafür gesorgt, dass es nicht größer geworden sei. Nachwuchs sei dann nicht mehr angenommen worden, sagt Ebel. Doch das alles sei noch Zukunftsmusik. Jetzt müssten die Kleinen sich erst einmal an ihr neues Zuhause gewöhnen und gesund heranwachsen. Sicher sei, dass sie und ihre möglichen Nachkommen nicht an andere Tierparks abgegeben würden. Alle sollen bis zum Lebensende hier bleiben. Das könne auch nicht viel anders sein, weil es schwer sei, die europäischen Wölfe weiterzuvermitteln.

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