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Hanauer Stadtgoldschmied : Mondstaub aus dem 3D-Drucker

Symmetrisch: Halsschmuck aus „Mondstaub“ genanntem Kunststoff und Steinen von Silvia Weidenbach Bild: Wolfgang Eilmes

Die internationale Schmuckszene blickt auf Hanau, wenn dort jedes Jahr Künstler zum Stadtgoldschmied ernannt werden. Deren Schmuckstücke sind so individuell wie sie selbst.

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          Ein Rucksack, prall gefüllt mit drei Kilogramm Gold ist auch für ein Museum wie das Hanauer Goldschmiedehaus keine Alltäglichkeit. So staunte Leiterin Christianne Weber-Stöber nicht schlecht, als Karl Fritsch in ihr Büro kam, seinen Rucksack öffnete und ihr den Schatz offenbarte. Fritsch war 2010 zum vierten Stadtgoldschmied von Hanau bestimmt worden. Der Künstler, der von Neuseeland in die Gold- und Silberschmiedestadt reiste, verwendet für seine Ringe und anderen Objekte einfache Dinge, vom Nagel über Glasscherben bis hin zu Steinchen und Korallen. Doch Gold als Fundament und Rahmen seines Schmucks darf nie fehlen.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Auch als Stadtgoldschmied wollte er damals für Hanau mit dem wertvollen Material arbeiten und zwar mit viel Gold, wie sich Weber-Stöber erinnert. Doch um seine Vorstellungen von dem Arbeitsmaterial zu verwirklichen, reichte das Budget nicht aus. Fritsch schmollte nicht, sondern besann sich auf die Hanauer Industrie. Die Firma Heraeus, so wusste der Künstler, verarbeitete metallische Materialien, darunter auch Gold und Silber. Ob es viel Überredungskunst kostete, dem Unternehmen drei Kilogramm des kostbaren Metalls abzutrotzen, verriet Fritsch damals nicht.

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