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Umbau von Militärflächen : Kaserne wird zum Vorzeigequartier für Verkehrswende

Mobilitätsstation: Anlaufstelle für Carsharing und E-Bikes Bild: Sandra Schildwächter

Das neue Wohnviertel auf dem Gelände der früheren Pioneer-Kaserne in Hanau soll ein umweltfreundliches Wohnquartier werden. Carsharing und intelligenter Strom tragen zur Verkehrswende bei.

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          Ein umweltfreundliches Musterquartier soll das neue Wohngebiet auf dem Areal der ehemaligen Pioneer-Kaserne in Hanau werden. Deshalb haben die Bauherren nicht nur ein Heizwerk für Fernwärme errichtet, das mit Biogas betrieben wird, sondern bieten überall im Viertel, das gerade entsteht, Elektroautos im Carsharing an. Die erste Mobilitätsstation, wie der Parkplatz mit acht Ladesäulen genannt wird, wurde dieser Tage eröffnet.

          Jan Schiefenhövel

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Triangle Housing, dem Teil der früheren Militärfläche, der als Erstes in ein ziviles Wohngebiet umgewandelt wird, stehen mit Strom getriebene Personenwagen zum Ausleihen bereit. Darüber hinaus können die Bewohner und ihre Gäste auch Zweiräder mit Antrieb im Sharing nutzen. Bereit stehen an der Mobilitätsstation Räder und Lastenräder mit Elektromotor. Für beide Typen gibt es sechs Ladeplätze. Insgesamt sind in der Pioneer-Kaserne zwölf solcher Stationen mit zusammen bis zu 70 Carsharing-Autos vorgesehen.

          Dieses Angebot sei eine Chance, die Verkehrswende anzustoßen, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die Möglichkeit, ein Auto im Carsharing zu nutzen, sei nicht nur umweltfreundlich, sondern auch wirtschaftlich interessant. Dank des Angebots könne eine Familie auf ein Zweitauto verzichten. Auch ganz ohne Auto seien die Bewohner des neuen Viertels im Stadtteil Wolfgang gut beweglich. Vor dem Kasernentor fahren Busse zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof ab. In Zukunft führten vielleicht S-Bahnen zum Bahnhof Wolfgang. Außerdem werde ein noch bequemerer Radweg zum Stadtkern gebaut.

          Intelligente Energieverteilung für die Ladesäulen

          Die Elektroautos, die im Carsharing zum Ausleihen bereitstehen, sollen nicht die einzigen mit Strom betriebenen Fahrzeuge in dem Wohnviertel bleiben. Viele Stellplätze bei den einzelnen Wohnhäusern sind zum Aufladen von eigenen Fahrzeugen der Bewohner vorgesehen, wie Marc Weinstock sagte, Geschäftsführer des Investors DSK-Gruppe, die das Quartier zusammen mit der Stadt geplant und entwickelt hat. Jeder vierte Parkplatz werde dazu vorgerüstet und könne mit geringem Aufwand um eine Ladesäule für das eigene Auto ergänzt werden. So werde es künftig bis zu 750 Ladestellen für Elektrofahrzeuge im Pioneer-Wohnviertel geben.

          Dabei komme es nicht nur auf die einzelnen Ladestellen an. Herzstück der Anlage sei die hohe Kapazität, um Hunderte Autos gleichzeitig aufzuladen. Dafür sei eine intelligente Steuerung vorgesehen, sagte Weinstock. Mit der bisherigen Technik werden nach seinen Worten Ladestellen ganz abgeschaltet, wenn zu viele Fahrzeuge gleichzeitig Strom verbrauchten. Die Anlage in der Pioneer-Kaserne werde dagegen so gesteuert, dass die Energie gleichmäßig verteilt werde, so dass die einzelnen Ladesäulen nicht abgeschaltet werden müssten. Wenn der Strom knapp werde, lieferten sie immer noch Energie, wenn auch nicht mit der vollen Leistung.

          Zur Vermeidung von überflüssigem Verkehr innerhalb des Viertels trage auch eine Paketstation bei, sagte Weinstock. So müssten Lieferwagen nicht mehr zu jedem der künftig 1600 Haushalte in dem Quartier fahren.

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