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Hamsterkäufe : Auf der Suche nach Klopapier

  • -Aktualisiert am

Bekanntes Bild: In einem Drogeriemarkt in Frankfurt ist das Toilettenpapier ausverkauft. Bild: Regina Seibel

Seit die Corona-Zahlen steigen, herrscht in einzelnen Märkten in Frankfurt schon wieder Mangel an Toilettenpapier. Dabei ist eigentlich genug für alle da.

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          Die Verkäuferin im Drogeriemarkt dm im Einkaufscenter Skyline-Plaza steht am Dienstagabend in Sichtweite des leergeräumten Toilettenpapier-Regals. Darauf angesprochen, seufzt sie. Gestern sei eine neue Lieferung gekommen und schon sei alles ausverkauft: „Ich fühle mich wie in einem Déjà-vu.“ Morgen komme eine neue Lieferung, dann bestehe wieder die Chance, eine Packung zu bekommen, sagt sie. Am besten seien die Aussichten direkt in den Morgenstunden, danach könne sie nichts versprechen.

          Da die Zahl der Corona-Infektionen in ganz Deutschland und insbesondere am Hotspot Frankfurt steigt, wächst die Angst vor einem abermaligen Lockdown und damit vor einem Engpass bei den Vorräten zu Hause. Was im März und April wochenlang zu leergeräumten Nudel-, Konserven- und Toilettenpapier-Regalen führte, könnte sich nun wiederholen, wie das Einkaufserlebnis im dm-Markt in der Skyline Plaza vermuten lässt – denn ein Einzelfall ist es nicht: Auch die Kunden im dm-Markt an der Westerbachstraße in Rödelheim und im Lidl-Markt in Neu-Isenburg standen Anfang der Woche vor leeren Toilettenpapier-Regalen. Der Discounter Aldi in Rödelheim hatte schon am Samstagabend nur noch Recycling-Toilettenpapier zur Verfügung.

          Kein Grund zur Beunruhigung laut Handelsverband Hessen

          Grund zur Beunruhigung gibt es laut dem Handelsverband Hessen aber nicht. Dies seien lediglich Einzelfälle. Und auch diese Fälle örtlicher, temporärer Knappheit seien längst nicht so häufig wie im Frühjahr, sagt ein Verbandssprecher. Man habe mit den Herstellern gesprochen: Die Lager seien voll und die Lieferketten gesichert. Wenn einzelne Regale trotzdem leer seien, liege das daran, dass Kunden mehr eingekauft hätten, als sie benötigten. Wenn jeder nur mitnehme, was er wirklich brauche, sei genug für alle da. Gleiches berichtet eine Sprecherin des Rewe-Konzerns. In Frankfurt gebe es zwar einige Supermärkte, bei denen eine erhöhte Nachfrage nach Toilettenpapier zu beobachten sei, jedoch gebe es noch ausreichend Vorräte im Lager. Diese müssten aber erst geliefert werden. Sorgen vor langanhaltend leeren Regalen müsse niemand haben, sagt die Sprecherin.

          Der Rewe-Markt im Skyline-Plaza und der Penny-Markt an der Mainzer Landstraße haben am Dienstag gegen 17.30 Uhr noch genügend Toilettenpapier vorrätig. Insbesondere die Marken- und Recyclingprodukte sind noch in großen Mengen vorhanden. Trotzdem hängt neben dem Regal im Penny-Markt ein aus dem Frühjahr bekannter Zettel: Es dürfe nicht mehr als ein Paket Toilettenpapier, Küchenrolle oder ein Stück Seife mitgenommen werden. Dabei zeigt sich sowohl im leergeräumten dm-Markt als auch in den Supermärkten: Andere Produkte sind weniger gefragt. Die Regale mit Küchenrolle und Seife sind gut gefüllt. Auch Konserven, Nudeln, Mehl und Hefe sind überall erhältlich. Die Angst vor fehlendem Klopapier scheint größer zu sein.

          Das Bundesamt für Bevölkerungssicherheit und Katastrophenhilfe empfiehlt ohnehin, sich einen Vorrat für etwa zehn Tage anzulegen. Für den Fall einer Quarantäne ist das auch sinnvoll – unverhältnismäßige Mengen braucht aber niemand.

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