https://www.faz.net/-gzg-7kxvd

Hamburger Verfahren eingestellt : Limburger Ankläger prüfen weiter Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst

  • Aktualisiert am

Geldauflage: Für den umstrittenen Limburger Bischof ist das Strafverfahren wegen falscher eidesstattlicher Versicherung komplett vom Tisch Bild: dpa

Das Strafverfahren gegen den umstrittenen Limburger Bischof Tebartz-van Elst ist endgültig eingestellt worden. Er hatte zuvor eine Geldauflage von 20.000 Euro zahlen müssen. Derweil prüft die Limburger Staatsanwaltschaft weiter andere Vorwürfe.

          1 Min.

          Für den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst ist das Strafverfahren wegen falscher eidesstattlicher Versicherung komplett vom Tisch. Es sei nach Zahlung der Auflage von 20.000 Euro bereits im Dezember endgültig eingestellt worden, berichtete ein Sprecher der Hamburger Justiz am Donnerstag.

          Bis dahin galt das Verfahren als vorläufig eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte beim Amtsgericht Hamburg einen  Strafbefehl gegen Tebartz-van Elst beantragt, weil er nach Auffassung der Ermittler im Zusammenhang mit einem Erste-Klasse-Flug nach Indien falsche Angaben gemacht hatte. Im November fiel die Entscheidung, den Fall gegen eine Geldauflage einzustellen.

          „Es gibt keinen neuen Stand“

          Weiterhin unklar ist, wie die Limburger Staatsanwaltschaft Untreue-Vorwürfe gegen Tebartz-van Elst und weitere Mitglieder des Bistums einschätzt. Nach den auf mindestens 31 Millionen Euro explodierten Kosten für den neuen Bischofssitz waren mehrere Anzeigen eingegangen. Seitdem prüft die Justizbehörde, ob sie Ermittlungen einleitet. „Es gibt keinen neuen Stand“, sagte ein Sprecher.

          Seit Oktober untersucht zudem eine Kommission der Deutschen Bischofskonferenz die Baukosten. Der Vorsitzende der Konferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, geht nach Angaben eines Sprechers weiterhin davon aus, dass der Bericht noch im Januar vorliegen werde.

          „Reißt Wunden wieder auf“

          Tebartz-van Elst hat sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen, seitdem ihm der Papst im Oktober eine Auszeit verordnete. Das Bistum Limburg feierte ohne seinen Oberhirten Weihnachten und den Jahreswechsel. Weihbischof Thomas Löhr sprach in seiner Predigt von einer schwierigen Situation: „Für uns als Bistum Limburg ist es ein Silvester mit einem Bischof, der zurzeit sein Amt nicht ausübt. Das macht unsicher, reißt Wunden wieder auf und ist für alle Beteiligten sehr, sehr schwierig.“ Es werde noch dauern, bis die Ereignisse aufgearbeitet seien.

          Weitere Themen

          Belarus lebt auch in Frankfurt

          Anti-Lukaschenka-Demonstration : Belarus lebt auch in Frankfurt

          Rund 200 Menschen demonstrierten auf dem Frankfurter Römer gegen den belarussischen Machthaber Aleksandr Lukaschenka. Bürgermeister Uwe Becker (CDU) hielt gar die altbelarussische Nationalflagge aus einem Rathausfenster.

          Die Ansprüche der Zebras

          Zoos in Rhein-Main : Die Ansprüche der Zebras

          In einer Umfrage freuen sich die Zoos über 82 Prozent Zustimmung. Sie müssen sich nicht nur mit dem Wohl der Tiere, sondern auch mit den Erwartungen der Menschen auseinandersetzen.

          Topmeldungen

          Er gibt weiter die Richtung vor: Markus Söder am Donnerstag mit Melanie Huml.

          Test-Panne in Bayern : Söders Grenzen

          Der CSU-Ministerpräsident schüttelt sich kurz. Dann ist Bayern wieder spitze. War etwas? Zum ersten Mal in seiner Amtszeit könnte Markus Söder Bayern als Heimat tatsächlich groß genug sein.
          „Das Eis ist gebrochen“: Trump erhält im Weißen Haus Applaus von Mitarbeitern zu dem Abkommen.

          Israel und Arabische Emirate : Es geht um eine Allianz gegen Iran

          Ein doppelter Gewinn für Netanjahu: Israel nimmt diplomatische Beziehungen zu den Vereinigten Arabischen Emiraten auf und setzt dafür eine Annexion aus, die ohnehin heikel war. Doch auch andere profitieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.