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Haftentlassung in Corona-Krise : Plötzlich frei

Unverhoffte Freiheit in der Pandemie: Für manche Insassen öffnete sich das Sicherheitstor im Preungesheimer Gefängnis wegen der Corona-Krise früher, als sie erwartet hatten. Bild: Henner Rosenkranz

Aus dem Gefängnis freizukommen, das klingt erst einmal gut. Doch als Häftlinge wegen der Pandemie aus der Justizvollzugsanstalt Preungesheim entlassen wurden, wussten sie nicht wohin.

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          Der Tag, an dem Frank Barringer seine Freiheit wiedererlangte, war nicht so, wie er sich das vorgestellt hatte. Er traf ihn unvorbereitet. Ein paar Mitgefangene hatten aufgeschnappt, dass die „Geldsträfler“ entlassen werden sollen. Wegen Corona. Barringer sagt, er habe gedacht: „Eigentlich ist es doch drinnen sicherer als draußen.“

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Geldsträfler“, so nennt er Menschen, die eine Ersatzhaft verbüßen, also wegen eines geringfügigen Delikts zu einer Geldstrafe verurteilt werden und sie ersatzweise in Haft umwandeln, weil sie sie nicht begleichen können. Frank Barringer ist einer von ihnen. Er saß fünf Wochen in der Justizvollzugsanstalt Preungesheim, bis Anfang April sein Name aufgerufen wurde und er seine Sachen packen musste. Eigentlich hätte er bis Juli einsitzen sollen, doch nun war er plötzlich frei.

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