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Gymnasium Nord in Westhausen : Schulbau im Zeitraffer

Kurz vor knapp: Bis zur letzten Minuten ist an der neuen Schule in Westhausen gewerkelt worden. Bild: Wonge Bergmann

Das Gymnasium Nord in Westhausen eröffnete nach nur viereinhalb Monaten Bauzeit. Der ersten Fünftklässler-Jahrgang wurde am Montag begrüßt.

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          In nur viereinhalb Monaten ist in der Siedlung Westhausen ein Gebäude für das neue Gymnasium Nord entstanden. Der Schulbetrieb begann gestern mit der Begrüßung des ersten Fünftklässler-Jahrgangs. Bis zur letzten Minute war vorher noch geflext und geschraubt worden. Entstanden ist ein Holzmodulbau, der genug Platz für die ersten beiden Jahrgänge, außerdem Verwaltungsräume und eine Mensa bietet.

          Matthias Trautsch
          (trau.), Rhein-Main-Zeitung

          Alle an Planung und Bau Beteiligten zeigten sich hochzufrieden. Das Schulgebäude sei „irrsinnig schnell“ entstanden, sagte Helmut Heuser, Abteilungsleiter im Hochbauamt. Einen vergleichbaren Massivbau zu errichten hätte nach seinen Worten etwa zwei Jahre gedauert. Dabei habe das in sogenannter Tafelbauweise, also aus vorproduzierten Holzelementen montierte Gebäude „keine spürbaren Defizite“. Es stehe einem herkömmlichen Neubau hinsichtlich Aufenthaltsqualität, funktioneller und energetischer Eigenschaften nicht nach.

          Innenausbau erst in den Herbstferien abgeschlossen

          Ganz fertig sind Gebäude und Umfeld aber noch nicht. Wie Julia-Susanne Berndt, Projektleiterin vom Stadtschulamt, sagte, dauert der Innenausbau in einem Teil der Schule bis zu den Herbstferien. Der Pausenhof gleicht derzeit noch einem Geröllfeld. Und selbst wenn der erste Abschnitt fertig ist, wird auf dem Gelände am Friedhof Westhausen immer wieder gebaut werden: In Zwei-Jahres-Schritten soll das Holzmodulbau-Ensemble erweitert werden, so dass bis 2022 ein Gymnasium inklusive Oberstufe darin Platz findet, das dann über eine Turnhalle, eine Mediothek und separates Mensagebäude verfügt. Rund 2000 Schüler sollen hier einmal unterrichtet werden.

          Dass sich das Gelände, das bis kürzlich eine Brache war, zum Bildungsstandort entwickelt, hat mit der Zunahme der Kinderzahlen zu tun. Um den enormen Bedarf an Schulgebäuden schnell zu decken, muss die Stadt erfinderisch sein. Auf dem Areal an der Muckermann- und der Käthe-Kollwitz-Straße stand früher eine Ziegelei. Kriegstrümmer wurden dort abgeladen, im Laufe der Jahre wuchs ein kleines Wäldchen. Eigentlich sei es zur Erweiterung des Friedhofs Westhausen vorgesehen gewesen, sagt Hermann Keller, im Stadtschulamt verantwortlich für Neubauten. Das Grünflächenamt habe das Grundstück aber großzügig abgetreten.

          Endgültiger Standort im Norden der Stadt

          Mit den Stahlcontainern, die ansonsten eingesetzt werden, wenn Schüler kurzfristig untergebracht werden müssen, hat die neue Anlage wenig gemeinsam. Die rote Fassade soll noch mit einem eloxierten Aluminiumgitter verkleidet werden, die Fenster in den drei Stockwerken reichen bis zum Boden. Die Gänge und Räume sind recht niedrig und nicht übermäßig groß – die Klassenzimmer messen 60 statt der üblichen 64Quadratmeter. Sie wurden dafür aber mit viel Holz an Wänden und Decke sowie Fußböden aus blauem und violettem Linoleum geradezu wohnlich gestaltet.

          Trotz allen Komforts gilt der Bau als Provisorium, weil er im Bedarfsfall relativ einfach demontiert und andernorts wieder zusammengesetzt werden kann. Das allerdings soll nicht passieren – auch dann nicht, wenn das Gymnasium Nord in einigen Jahren, wie vorgesehen und im Namen angelegt, seinen endgültigen Standort im Norden der Stadt, wahrscheinlich im Neubaugebiet Bonames-Ost, bezieht. Die Westhausener Anlage soll dann als Ausweichquartier dienen, in dem Schulen untergebracht werden, die noch kein eigenes Gebäude haben oder ausgelagert werden müssen.

          Der erste Bauabschnitt hat nach Worten Berndts rund 11,8 Millionen Euro gekostet. Allerdings entfielen davon nur zirka vier Millionen Euro auf das Gebäude, in das jetzt etwa 240 Fünftklässler eingezogen sind. Das Gros seien Erschließungskosten für das Gelände. Die verlegten Kanäle und Leitungen seien ausreichend dimensioniert für die gesamte Anlage, die laut zuletzt veröffentlichten Zahlen, die Berndt nicht bestätigen wollte, rund 50 Millionen Euro kosten wird.

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