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Güterzug-Lärm : Rheinland-Pfalz will neue Bahnstrecke im Rheintal

  • Aktualisiert am

Plakativ: Die Umweltministerinnen von Hessen und Rheinland-Pfalz, Lucia Puttrich (links) und Ulrike Hoefken, setzen sich für mehr Ruhe im mittleren Rheintal ein Bild: dapd

Die Güterzüge im Mittelrheintal machen einen Höllenlärm. Anwohner ziehen weg oder werden krank. Rheinland-Pfalz setzt sich daher für eine leisere Technik und den Bau einer Entlastungsstrecke ein.

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          Rheinland-Pfalz treibt den Plan einer neuen Bahnstrecke zur Entlastung des lärmgeplagten Mittelrheintals voran. Gemeinsam mit Hessen „sind wir mit Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen in guten Gesprächen“, sagte Infrastrukturminister Roger Lewentz (SPD) n Mainz. Brüssel werde ebenfalls einbezogen, denn es seien auch EU-Mittel für die Finanzierung denkbar.

          Die Frage, ob die Kosten für eine neue Strecke durch mehrere Bundesländer angesichts von Schuldenkrise und Sparhaushalten nicht zu hoch wären, verneinte Lewentz: „Wir hätten wahrscheinlich eine Summe wie bei (dem umstrittenen Bahnhofsprojekt) „Stuttgart 21“.“ Dafür sind 4,1 Milliarden Euro veranschlagt - plus 2,9 Milliarden Euro für die Neubautrasse nach Ulm.

          „Bahnlärm für 2020 halbieren“

          Bis zur Fertigstellung einer Entlastungsstrecke für das Welterbe Oberes Mittelrheintal könnten laut Lewentz allerdings 25 bis 30 Jahre verstreichen. Daher seien auch kurzfristige Maßnahmen wie ein nächtliches Tempolimit nötig. Der Minister forderte zudem ein lärmabhängiges Trassenpreissystem: Wenn Güterbahngesellschaften auf leisere Technik umrüsten, zahlen sie weniger. Damit müsse der Bahnlärm bis 2020 halbiert werden, sagte Lewentz.

          Eine von ihm vorgelegte Studie schlägt unter anderem vor, Güterwaggons binnen sieben Jahren auf die sogenannte K-Bremssohle umzurüsten. Diese raut die Laufflächen der Räder nicht mehr lärmfördernd auf wie die konventionellen Bremssohlen aus Grauguss. Billiger wäre die Umrüstung auf die sogenannte LL-Sohle, doch diese ist noch nicht zugelassen.

          „Da ist ein Wohnen nicht mehr möglich“

          Willi Pusch, Vorsitzender der Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn, sagte, täglich führen 550 Züge durch das Mittelrheintal. Langfristig könnte ihre Zahl sogar auf 700 steigen. „Da ist ein Wohnen nicht mehr möglich“, monierte Pusch. Es komme zu Schlafstörungen und Erkrankungen der Anwohner sowie zu Wertverlusten und Leerständen der Häuser. Touristen würden vergrault.

          Erst kürzlich hatten Rheinland-Pfalz und Hessen eine Lärmstudie vorgelegt: Demnach fühlt sich fast jeder zweite Bewohner des Mittelrheintals von dem Krach der Züge stark belästigt. Jeder fünfte Befragte sprach von hochgradigen Schlafstörungen.

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