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Planung der Günthersburghöfe : Basis der Grünen gegen Vertreter im Römer

„Grüne Lunge“ Frankfurts: So nennen Bebauungsgegner das Areal. Bild: dpa

Die Mehrheit der Frankfurter Grünen hat am Samstag bei ihrer Kreisversammlung die Planungen für das neue Wohnquartier Günthersburghöfe abgelehnt. Damit stellen sie sich gegen ihre Parteispitze.

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          Die Frankfurter Grünen wollen die weit vorangetriebene Planung für die sogenannten Günthersburghöfe, ein Quartier, in dem rund 1500 neue Wohnungen am Rand des Nordends in den nächsten Jahren gebaut werden sollen, aufgeben. Die Mehrheit der Mitglieder ist am Samstag bei einer Online-Kreisversammlung einem entsprechenden Antrag der früheren Sprecherin der Grünen, Marina Ploghaus, gefolgt. Sie hatte argumentiert, dass es bei dem geplanten Quartier um nicht weniger gehe als um den Erhalt „eines der letzten Biotope Frankfurts“.

          Mechthild Harting
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die „Grüne Lunge“, wie die Gegner der Bebauung das 16 Hektar große Areal seit Jahren bezeichnen, werde bebaut, während die Stadt „Luft, Winde und kühle Flächen braucht“, sagte Ploghaus. Überall in Frankfurt werde nach drei heißen Sommern darum gekämpft, Bäume und Parks zu erhalten, unterdessen werde ein gewachsenes Biotop nahe dem dichtbebauten Nordend zerstört.

          Das Gelände der Günthersburghöfe, das östlich an die Friedberger Landstraße grenzt, besteht heute aus Freizeit- und Kleingärten. Es war in der Vergangenheit nicht bebaut worden, weil dort nach früheren Plänen die sogenannte Alleenspange entstehen sollte, die Verbindung der Autobahn 66 zur A661. Der Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben war erst 2015 aufgehoben worden.

          Ein Musterbeispiel für neuen Wohnraum

          Ploghaus konnte mit ihren sehr emotionalen Argumenten 70 der insgesamt 128 abgegebenen Mitgliederstimmen für ihre Position gewinnen. 54 Grüne stimmten dagegen. Eigentlich hatte sich nach den Wortbeiträgen abgezeichnet, dass eine Mehrheit für ein Moratorium sein würde, also für die vorübergehende Aussetzung der Bebauungspläne. Es hieß, es müssten noch mehr und neue Gutachten für die Klimaverträglichkeit des Bauvorhabens erstellt werden. Auch in diesem Zusammenhang wurde auf die Erfahrung aus den vergangenen drei heißen Sommern angespielt und auf die hohe Zahl von Tropennächten, in denen es in Frankfurt nachts nicht mehr abkühlte.

          Mit der Entscheidung gegen die Günthersburghöfe wendet sich die Basis der Grünen gegen die Parteispitze, aber auch gegen ihre Vertreter im Römer. Dort bilden die Grünen mit SPD und CDU eine Koalition. Die Spitze der Frankfurter Grünen, namentlich ihre Sprecher Beatrix Baumann und Bastian Bergerhoff, hatte am Samstag noch dafür geworben, das Bauvorhaben zu realisieren. Die Sprecher hatten angeführt, dass dieses Quartier ein Musterbeispiel, ein Vorzeigeprojekt dafür werden könnte, wie in einer wachsenden Großstadt die Schaffung neuen Wohnraums und der Erhalt des Grüns unter Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels realisiert werden könnten.

          Baumann verwies darauf, dass während der Mitgliederversammlung viel über fehlenden bezahlbaren Wohnraum in Frankfurt diskutiert worden sei. „Alle wollen Flüchtlinge schneller aus den Gemeinschaftsunterkünften holen und in Wohnungen unterbringen, die lange Warteliste derer, die einen Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, abbauen.“ Das gelinge aber nur, wenn Wohnungen auch geschaffen würden. Bergerhoff forderte „eine ehrliche Debatte“. Schließlich müssten und wollten doch auch die Grünen Wohnungen bauen.

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