https://www.faz.net/-gzg-9flzw

Erkenntnisse aus den Umfragen : In Hessen wackelt die Wand

In welche Richtung geht es nach der Hessen-Wahl? Auch die Spitzenkandidaten von SPD, Grünen und Linke schauen gespannt auf die neusten Umfragewerte. Bild: dpa

Bis zur Wahl in Hessen dauert es noch einige Tage. Die Grünen müssen sich trotzdem schon wie im Märchen vorkommen. Und Ministerpräsident Bouffier erfährt eine bittere Pointe. Ein Kommentar.

          1 Min.

          Neue Wahl-Umfragen lassen in Hessen die Wände wackeln. Außer einer Jamaika-Koalition (CDU, Grüne, FDP) hätten gut eine Woche vor der Wahl auch eine sogenannte Ampel (SPD, Grüne, FDP) oder Grün-Rot-Rot eine Regierungsmehrheit, für eine große Koalition und für die Fortsetzung des seit 2014 regierenden schwarz-grünen Bündnisses würde es hingegen nicht reichen.

          Der Clou wäre: Tarek Al-Wazir, der Star der Grünen, könnte nach einer der beiden Umfrage-Varianten sogar den Winfried machen und Ministerpräsident einer „Ampel“-Koalition oder von Grün-Rot-Rot werden. Dazu müsste er die Koordinaten der Grünen wieder nach links verschieben. Das damit verbundene Risiko muss er wägen: Das politische Leben im linken Lager kennen die Grünen zur Genüge. Es reicht für zehn bis zwölf, aber nicht für 22 Prozent.

          Die Grünen wie im Märchen

          Abgesehen davon, müssen sich die Grünen wie im Märchen vorkommen. Ihnen scheint zu gelingen, was der Traum aller Marketing-Leute ist: ihr „Potential auszuschöpfen“. Die Ideenwelt  der Grünen ist attraktiv geworden für Leute, die sich an der Wursttheke die Salami zwar nicht in das mitgebrachte Bambusschälchen packen lassen, aber doch finden, insgesamt übertrieben wir es mit dem Plastik. Jene, die keinen Widerspruch darin sehen, bei der Deutschen Bank mit Millionen zu hantieren und mit dem Fahrrad ins Büro zu fahren.

          Das hatte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) vor vier Jahren schon erkannt: Dass ein Bündnis mit den ihrerseits weniger verbissen gewordenen Grünen beiden Parteien Zugang zu Milieus eröffnet, die ihnen in den hessischen Kampfjahren verschlossen geblieben waren. Es muss Bouffier wie eine bittere Pointe vorkommen, dass den größeren Teil der Ernte nun die Grünen in die Scheuer fahren könnten.

          Öffnen

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

          Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

          Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.