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Schwarzarbeit : Großrazzia gegen kriminellen Familienclan

  • Aktualisiert am

Schwarzarbeit auf dem Bau: Polizei und Mitarbeiter des Zoll gehen gegen einen kriminellen Familienclan vor. (Symbolbild) Bild: dpa

Sie durchsuchen Geschäftsräume, Hotels und Wohnhäuser. Hunderte Polizisten und Zöllner sind Schwarzarbeit auf dem Bau auf der Spur. Ein Familienclan soll den Staat um Millionen Euro geprellt haben.

          Rund 1000 Einsatzkräfte von Zoll und Polizei gehen seit Donnerstagmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schwarzarbeit auf dem Bau vor. Es gehe um Steuerhinterziehung und Betrug in Höhe von mehr als 70 Millionen Euro, teilte das Hauptzollamt Gießen mit. Schwerpunkt der Razzien ist das Rhein-Main-Gebiet. Auch in Hamburg, Bremen und Bayern durchsuchen den Angaben zufolge zahlreiche Ermittler der Finanzkontrolle Schwarzarbeit Wohnungen und Geschäftsräume.

          Bei dem unter dem Decknamen MIDAS geführten Einsatz wurde ein mutmaßlich illegales Netzwerk von Bau- und Scheinfirmen zerschlagen und vier Verdächtige festgenommen. Ein Spezialeinsatzkommando war im Einsatz.

          Die Maßnahmen richteten sich gegen zwei Tätergruppierungen. Diesen wird gewerbs- und bandenmäßiger Betrug, Hinterziehung von Steuern und Sozialabgaben sowie Schleusung in großem Umfang vorgeworfen wird. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen verzweigten Familienclan mit serbischen Wurzeln, welche hunderte von ausländischen Arbeitern aus Serbien, Bosnien und Herzegowina vermeintlich legal auf den Baustellen eingesetzt haben.

          Einsatzkräfte in Hessen aktiv

          In Hessen waren die Einsatzkräfte in Frankfurt/Main, Offenbach, Maintal, Bad Nauheim und Idstein aktiv. In Frankfurt werde der
          Hauptsitz von zwei beschuldigten Baufirmen durchsucht, sagte Stefanie Eisenfeller von der Sonderkommission Rhein-Main I. Sie hätten Aufträge an Scheinfirmen vergeben. In Maintal durchsuchen die Fahnder nach Informationen von Hit Radio FFH ein großes Hotel, in dem Schwarzarbeiter untergebracht sein sollen sowie ein Wohnhaus, in dem die Hauptbeschuldigten wohnen sollen.

          In Nordrhein-Westfalen gab es neben einer Durchsuchung von Geschäftsräumen in Hagen einen größeren Einsatz in Gütersloh. „Eine Spezialeinheit des Zollkriminalamtes hat das Haus eines gewaltbereiten mutmaßlichen Schleusers gestürmt“, sagte Eisenfeller. Der Mann sei überwältigt worden.

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