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Großraum Frankfurt/Rhein-Main : Metropolregion wächst wie wenige andere

Allein die Zahl der jungen Arbeitskräfte stieg an: Ihre Zahl stieg zwischen 2006 und 2011 um 6,5 Prozent an. Bild: F.A.Z.

Der Großraum Frankfurt/Rhein-Main gehört zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands. Und die Prognosen sind vielversprechend.

          Die Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main ist mit fast 5,6 Millionen Einwohnern die fünftgrößte Deutschlands, und sie ist in den vergangenen Jahren am drittschnellsten gewachsen. Nur die Großräume München und Hamburg haben noch mehr neue Bürger gewonnen. Die Region Frankfurt/Rhein-Main verzeichnet von 2006 bis 2011 einen Zuwanderungsgewinn von 57 000 Menschen. Diese Zahlen gehören zu den Ergebnissen des regionalen Monitorings 2012, das der Regionalverband vorgelegt hat. Frankfurt/Rhein-Main, eine der elf vom Bund anerkannten Metropolregionen, reicht vom Kreis Gießen bis zur Bergstraße, von Mainz-Bingen bis zum Kreis Aschaffenburg und umfasst 18 Kreise und sieben kreisfreie Städte.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Vorausgesetzt, die Prognosen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung stimmen, wird sich das Wachstum auch bis zum Jahr 2030 fortsetzen. Frankfurt/Rhein-Main erreichte dann in den nächsten 20 Jahren sogar die zweithöchste Zuwachsrate nach der Region München. Schon vom derzeitigen Bevölkerungswachstum profitieren in den Zentren München, Hamburg oder Frankfurt die Kernstädte und die unmittelbar angrenzenden Städte und Gemeinden, während das erweiterte Umland deutlich an Einwohnern verliert. In den Kreisen Miltenberg, Odenwald und Limburg-Weilburg schrumpfte die Bevölkerungszahl in den Jahren 2006 bis 2011 um mehr als zwei Prozent, im Vogelsberg sogar um 5,4 Prozent - so viel wie in keinem anderen Teil des Großraums Frankfurt/Rhein-Main.

          Immer wieder wandern junge Arbeitskräfte zu

          Wie der Verband mitteilt, wird der demographische Wandel in der Region auch darin deutlich, dass das Durchschnittsalter der Bürger stetig zunimmt. Im Gebiet Frankfurt/Rhein-Main ist der Anteil der Menschen, die älter als 64 Jahre sind, in den vergangenen zehn Jahren um fast ein Viertel auf 18,9 Prozent gewachsen. In Gesamteuropa liegt er im Schnitt bei 17,2 Prozent. Dabei nimmt nach Angaben des Verbands die norditalienische Region Ligurien einen „traurigen Spitzenwert“ in Europa ein, dort sind fast 27 Prozent der Bevölkerung älter als 64 Jahre. Die Tatsache, dass in die Region Frankfurt/Rhein-Main immer wieder junge Arbeitskräfte zuwandern, spiegelt sich in der steigenden Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Ihre Zahl stieg zwischen 2006 und 2011 um 6,5 Prozent, allein 2001 betrug das Plus 2,2 Prozent.

          „Wir sind aus der Krise gestärkt hervorgegangen“, resümiert Verbandsdirektor Ludger Stüve (SPD). Seiner Ansicht nach haben das hohe Qualifikationsniveau der Beschäftigten, das vielfältige Studienangebote und die große Zahl der Studenten, insgesamt sind es mehr als 195 000 in der Region, diese Entwicklung begünstigt. Das Rhein-Main-Gebiet weise mit 13,3 Prozent Beschäftigten mit Hochschulabschluss nach der Region München den zweithöchsten Wert der elf Metropolregionen auf. Bei den Studenten je 1000 Einwohner sei die Region mit einem Wert von 35,2 Prozent Spitzenreiter im Regionenvergleich.

          Der Kreis Fulda bildet eine Ausnahme

          Weit vorne liegt Frankfurt/Rhein-Main auch beim Bruttoinlandsprodukt. Dieses lag 2009 bei gut 200 Milliarden Euro. Das entspricht einem Betrag von mehr als 36 000 Euro je Einwohner, teilte der Regionalverband mit. Dabei verbuchten die kreisfreien Städte Frankfurt, Darmstadt, Aschaffenburg, Wiesbaden und Mainz Höchstwerte: In Frankfurt lag das nominale Bruttoinlandsprodukt, also der Wert ohne Berücksichtigung der Inflation, bei rund 79 000 Euro je Einwohner, in Darmstadt bei 54 000, in Aschaffenburg bei 52 000, in Wiesbaden bei 47 000 und in Mainz bei 41 000 Euro.

          In der Auflistung folgt an sechster Stelle und als bester Kreis der Main-Taunus mit rund 40 000 Euro Bruttoinlandsprodukt je Einwohner. Die Kreise am Rand der Region haben niedrigere Werte. Eine Ausnahme bildet nur der Kreis Fulda, der ein Bruttoinlandsprodukt von etwa 31 000 Euro pro Kopf erzielte.

          Nur Hamburg und München erreichen höhere Werte

          Im europäischen Vergleich nimmt der Regierungsbezirk Darmstadt, der den Kern der Metropolregion und auch das hessische Rhein-Main-Gebiet abbildet, beim Bruttosozialprodukt Platz 15 ein unter den 271 europäischen Regionen. Innerhalb Deutschland erreichten nur Hamburg und München höhere Werte.

          Weitere Informationen

          „Daten und Fakten - Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main“, das Regionale Monitoring 2012, kann im Internet unter www.region-frankfurt.de heruntergeladen oder unentgeltlich unter 069/25771251 bestellt werden.

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