https://www.faz.net/-gzg-810pc

Greser & Lenz in Hanau : Taschenkontrollen inklusive

  • Aktualisiert am

Das ist kein Witz: Der Sicherheit wegen müssen sich Schau-Besucher in die Taschen gucken lassen Bild: dpa

Die Hanauer Karikaturen-Ausstellung stand nach den Attentaten von Paris auf der Kippe. Wegen islamkritischer Zeichnungen wurden Anschläge befürchtet. Doch die Stadt beugte sich dem Protest. Nun ist sie zu sehen.

          1 Min.

          Nach einigem Hin und Her um die Sicherheitslage ist die Hanauer Karikaturen-Ausstellung mit mehreren islamkritischen Zeichnungen ohne Zwischenfälle eröffnet worden. „Wir sind froh, dass Schloss Philippsruhe nicht von irgendwelchen Verrückten pulverisiert wurde“, sagte der Karikaturist Achim Greser am Sonntag der dpa. Als „fast schon bizarr“ bezeichnete Greser die hohen Sicherheitsvorkehrungen rund um die Ausstellung. Manche Beamte hätten bei der Eröffnung am Samstag Maschinenpistolen getragen, berichtete der Künstler.

          Mit dem Besucherandrang zeigte sich Greser zufrieden: „Es war sehr voll und die Leute haben sich amüsiert“. Seine Befürchtung, dass die Erwartungen der Besucher nach dem großen Medienecho enttäuscht würden, habe sich nicht bestätigt.

          Aufsehen lange vor der Eröffnung

          Bei der Schau mit dem Titel „Das ist ja wohl ein Witz!“ werden rund 220 Werke der Aschaffenburger Künstler Achim Greser und Heribert Lenz gezeigt, die zu den profilierten Karikaturisten in Deutschland zählen. Sie arbeiten unter anderem für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und das Magazin „Focus“. Unter den Exponaten in Schloss Philippsruhe befinden sich auch eine Mohammed-Karikatur und weitere Zeichnungen, die sich kritisch mit dem Islam auseinandersetzen.

          Die Stadt Hanau hatte im Januar für Aufsehen gesorgt, weil sie nach den Attentaten von Paris die Schau wegen der erhöhten Sicherheitskosten abgesagt hatte. Nach Protesten nahm sie die Planungen aber wieder auf.

          120.000 Euro für Sicherheit

          Die Schau wird außer von der Polizei auch von einem privaten Sicherheitsdienst beschützt. Der private Dienst kostet die Stadt 120.000 Euro. Eine konkrete Gefährdung liegt nach Einschätzung der Polizei nicht vor. „Gleichwohl ist uns bekannt, dass die Ausstellung in der salafistischen Szene thematisiert wird“, sagte Henry Faltin von der Polizei in Offenbach. Deswegen zeigten die Beamten verstärkte Präsenz im Umfeld der Ausstellung.

          Die Ausstellung wird erstmals in Hessen präsentiert, sie läuft bis zum 31. Mai. Im vergangenen Jahr war sie in Friedrichshafen gezeigt worden. Die beiden Künstler Greser und Lenz bekamen am Samstag bei der von etwa 200 Menschen besuchten Ausstellungseröffnung auch den mit 2500 Euro dotierten Ludwig-Emil-Grimm-Preis verliehen. Die Laudatio hielt der Kabarettist Urban Priol.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.