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Folge des Gotthard-Tunnels : Mittelrheintal fürchtet mehr Bahnverkehr

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Besonders laut sollen Güterzüge sein: Ein Zug fährt durch Rüdesheim am Rhein Bild: dpa

Die Eröffnung des Gotthards-Tunnel lässt Bahnlärm-Gegner fürchten, dass zahlreiche weitere Züge durch das Mittelrheintal rollen werden. Und für Lärm wie durch einen Presslufthammer sorgen.

          Die Eröffnung des Gotthard-Tunnels in der Schweiz bringt nach Ansicht von Bahnlärm-Gegnern täglich bis zu 100 Güterzüge mehr ins Mittelrheintal. Außerdem würden die Züge länger, da sie in den Alpen nicht mehr so starke Steigungen überwinden müssten. „Das bedeutet mehr Erschütterungen und mehr Lärm“, sagte Willi Pusch, Vorsitzender der „Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die Bahn“, am Mittwoch in Kamp-Bornhofen.

          Täglich fahren nach Bahn-Angaben rund 400 Züge durch das Mittelrheintal, darunter etwa 250 Güterzüge. Die Bürgerinitiative spricht von 600 Zügen am Tag. Dabei erreichten die Güterzüge eine Lautstärke wie ein Presslufthammer, sagte Pusch weiter. Wenn Ende November bis Anfang Dezember die ersten Züge durch den Gotthard-Tunnel rollten, erwarte er Züge im Drei-Minuten-Takt. „Da ist Leben hier nicht mehr möglich“, sagte er.

          Die Bürgerinitiative fordert eine alternative Strecke für den Güterverkehr. Außerdem müssten Schalldämpfer an den Schienen, Lärmschutzwände und Unterschottermatten schneller installiert werden. 80 Millionen soll das kosten. Die Bahn rüstet derzeit ihre Güterzüge auch mit leiseren Bremsen nach.

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