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Skyliners-Headcoach : „Ein Berg von Arbeit“

  • -Aktualisiert am

Auf der Suche nach einer neuen Richtung: Gordon Herbert Bild: dpa

Dass Gordon Herbert die Frankfurter Skyliner verlässt, steht schon seit Monaten fest. Doch Kanadas nächster Nationaltrainer will er doch nicht werden.

          2 Min.

          Es war als eine Art Basketball-Rochade mit vorübergehendem Verlust einer Führungsfigur gedacht. Am Dienstag präsentierte der Bundesligaklub Fraport Skyliners Sebastian Gleim, den bisherigen Trainer der Pro-B-Mannschaft der Frankfurter und Leiter Nachwuchs- und Schulförderung, als Ersatz für den bisherigen Headcoach Gordon Herbert. Der Kanadier galt bislang als Kandidat für den Posten des Cheftrainers der kanadischen Nationalmannschaft. Doch Herbert scheint andere Pläne zu haben. „Ich werde nicht Trainer des kanadischen Nationalteams“, sagte Herbert gegen über der F.A.Z. Über sein anderes Vorhaben, das er jetzt anstrebe, könne er noch nicht reden. „Das kann noch eine Woche, vielleicht auch noch drei Wochen dauern“, sagte Herbert.

          Sein Rückzug nach insgesamt sieben Jahren als Cheftrainer in Frankfurt von seinem „Wunschtraum, bei Olympia als kanadischer Nationaltrainer anzutreten“, wie es Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke am Dienstag formulierte, überrascht. Wöbke selbst erweckte auch noch am Tag der Präsentation von Gleim den Eindruck, damit zu rechnen, dass Herbert seinen kanadischen Traum wahr machen würde. Bislang schloss die Darstellung der Skyliners des als vorübergehend geplanten Abschiedes auch immer ein, dass eine Freistellung des Headcoaches nur für den Posten des kanadischen Nationaltrainers zustande käme. Gleim selbst weiß erst seit rund einer Woche offiziell, dass er Herberts Vertretung ab sofort übernimmt. Geplant, sagte Wöbke, sei der Wechsel schon länger gewesen. Dass Herbert den Klub für ein Jahr verlassen würde, habe sich bereits Ende des zurückliegenen Herbstes abgezeichnet. Sicher ist nur, dass die Frankfurter zumindest das kommende Basketball-Jahr ohne Herbert planen. „Wenn es nichts wird mit dem Job in Kanada“, sagte Wöbke, „macht er eben ein Jahr Pause.“ Doch das hat Herbert möglicherweise nicht vor. Ganz untätig würde Herbert aber selbst in einem Pausenjahr nicht sein. Der Vertrag mit ihm „ruht für ein Jahr, er wird dem Klub aber zwischenzeitlich beratend zur Seite stehen“, sagte Wöbke.

          Ein Wagnis für die Frankfurter

          Für die Frankfurter ist der Wechsel an der sportlichen Führungsspitze ein Wagnis. Gleim, der Mitte Juni 35 Jahre alt wird und damit mit dem Trainer von Rast Vechta, Pedro Calles, der jüngste Trainer in der Basketball-Bundesliga sein wird, ist in Erstligadingen weitgehend unerfahren. Eine Weile stand Gleim zwar als einer von Herberts Assistenten an der Seitenlinie, aber die Rolle eines Erstliga-Headcoaches ist neu für den aus Bad Hersfeld stammenden Diplom-Trainer und Sportwissenschaftler. Als Trainer aktiv ist Gleim, seitdem er 16 Jahre alt ist. Als er nun von seiner Ernennung zum Cheftrainer erfahren habe, sei ein erster Gedanke gewesen: „Da kommt ein Berg von Arbeit.“ Aber genau das sei ganz nach seinem Geschmack. Seit fünf Jahren arbeitet Gleim bei den Skyliners. In der vergangenen Saison schaffte es Gleim mit den Skyliners-„Juniors“ bis ins Viertelfinale der zweiten Basketball-Bundesliga Pro B. Sein Nachfolger als Trainer der „Juniors“ wird Miran Cumurija. Zudem planen die Frankfurter noch in der kommenden Zeit weitere strukturelle Änderungen im Trainerstab.

          Eine Neuerung hat Gleim schon eingeführt. Während sein Vorgänger Herbert neben dem Spielfeld in der Trainingshalle im Frankfurter Nordwestzentrum noch in einem Einzelbüro arbeitete, wird Gleim in seinem alten Büro bleiben, das er sich mit Assistent Klaus Perwas teilt. Auf diese Art, sagte Gleim, gebe es mehr Platz für die Kollegen.

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