https://www.faz.net/-gzg-add5m

Gondeln zum Großen Feldberg : Seilbahn nur für Ausflügler

Keine neue Idee: Schon in den Siebzigerjahren war eine Gondelbahn im Gespräch, wie diese Fotomontage von 1971 zeigt. Bild: Fotomontage Feldberg-Lift GmbH

Tourismus statt Berufsverkehr: Unter den richtigen Voraussetzungen könnte sich der Bau einer Kabinenbahn im Hochtaunuskreis zum Großen Feldberg lohnen, zeigt eine Machbarkeitsstudie.

          3 Min.

          Allein die Erinnerung an den jüngsten Urlaub in den Alpen bringt Pendler nicht dazu, am Großen Feldberg in eine Seilbahn umzusteigen. Für die tägliche Fahrt zur Arbeit und zurück bleiben sie lieber im Auto oder im Bus sitzen. Aber Ausflügler könnten den Bau trotzdem lohnend machen. Das ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) in Auftrag gegeben hatten. Als vor drei Jahren eine Diskussion über urbane Seilbahnstrecken in und um Frankfurt aufkam, machte der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs (CDU), den Vorschlag einer Verbindung von Schmitten über den Großen Feldberg bis zur U-Bahn-Endstation Oberursel-Hohemark. Damit wollte er eine alternative Überquerung des Taunuskamms anbieten.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Das Ergebnis der Prüfung hatte der RMV Anfang des Jahres mitgeteilt. Im öffentlichen Nahverkehr könnten Gondeln auf dieser Strecke keine Rolle spielen. „Mit den verkehrlichen Potentialen und der Reisezeit lässt sich das nicht darstellen“, erklärte am Donnerstag RMV-Chefplaner Thomas Busch den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses im Bad Homburger Landratsamt. 17 Trassenvarianten seien untersucht worden. Der Nutzen einer Seilbahn überwiege nicht die errechneten Kosten von 77 Millionen Euro für den Bau und jährlich 2,6 Millionen Euro für den Betrieb. Deshalb stehe keine Förderung durch Bund und Land in Aussicht, sagte Busch. Eine Seilbahn sei nicht attraktiv genug, wenn es schon eine umsteigefreie Busverbindung nach Bad Homburg gebe. Allerdings sähen die Autoren der Machbarkeitsstudie Potentiale für den Freizeitverkehr.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Markus Söder beim Parteitag der CSU in Nürnberg

          CSU-Chef im Wahlkampf : Markus Söder, der Antibayer

          Ganz Deutschland, so sagen es die Umfragen, hätte lieber Markus Söder als Armin Laschet zum Kanzler. Ganz Deutschland? Nein, die Bayern mögen ihn nicht.