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Goethe-Universität : Ein neuer Ort der Kommunikation und des Lernens

Wissen am laufenden Meter: Zur Frankfurter Uni-Bibliothek gehört auch ein ehemaliger U-Bahn-Versorgungsschacht, in dem allein 1,7 Millionen Bände lagern. Bild: Rüchel, Dieter

Aus dem Erlös des alten Frankfurter Polizeipräsidiums nimmt die Stadt 212 Millionen Euro ein. 100 Millionen Euro sollen in die Errichtung einer neuen Zentralbibliothek fließen.

          Die Frankfurter Universität erhält vom Land Hessen 100 Millionen Euro, um eine neue Zentralbibliothek zu errichten. Das hat der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) während einer Pressekonferenz in Frankfurt mitgeteilt. Gemeinsam mit seinen Kabinettskollegen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) erläuterte er, wie die 212 Millionen Euro investiert werden sollen, die das Land aus dem Verkauf des alten Polizeipräsidiums in Frankfurt erlöst hat. Weitere 100 Millionen Euro sollen laut Hinz in die Förderung von „bezahlbarem“ Wohnraum in Frankfurt und den angrenzenden Kommunen fließen.

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rhein sagte, ohne die zusätzlichen Mittel wäre an einen Neubau der Universitätsbibliothek in den nächsten 15 bis 20 Jahren nicht zu denken gewesen. Die 100 Millionen Euro kämen zu den Mitteln hinzu, die in den Investitionsprogrammen Heureka I und II zur Verfügung stünden.

          Pläne stehen Digitalisierung nicht entgegen

          Zu erwartende Einwände, dass in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung eine Präsenzbibliothek nicht mehr zeitgemäß wäre, wies Rhein vorbeugend zurück. „Eine Bibliothek ist ein Ort der Kommunikation und des Lernens“, sagte der Minister. Die Nachfrage nach Plätzen in den Universitätsbibliotheken sei enorm hoch; nicht nur unter Studenten, sondern auch unter Bürgern, denen die Häuser ebenfalls offenstünden. Die Bibliothek der TU Darmstadt in der Stadtmitte sei deshalb rund um die Uhr geöffnet.

          Rhein äußerte die Hoffnung, dass der Neubau in Frankfurt bis zum Jahr 2025 fertiggestellt werden könnte, wies jedoch auf Unwägbarkeiten bei der Planung eines solchen Großprojekts hin. Es werde sich um den „Schlussstein“ in der Entwicklung des Campus Westend handeln. Mit den Vorbereitungen des Neubaus werde umgehend begonnen. Es werde voraussichtlich einen Architektenwettbewerb geben.

          Kalkulationskosten sollen gesenkt werden

          Universitätspräsidentin Birgitta Wolff sagte gestern, sie freue sich sehr über diese „wunderbare Nachricht“ und die abermalige „großartige Unterstützung“ durch die Landesregierung bei der Entwicklung des Westend-Campus. Die Hochschule werde nun beginnen, das Bauvorhaben gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium konkret zu planen. In die Gespräche würden Ideen zur Gestaltung der Bibliothek einfließen, die von Studenten der Frankfurt University of Applied Sciences entwickelt worden seien. Die Universität werde aber auch Vorüberlegungen einbringen, die sie angestellt habe, um die „Finanzierungslücke“ des Projekts zu schließen.

          Nach Wolffs Worten hatte vor drei Jahren eine Schätzung von Experten ergeben, dass für den Bibliotheksbau ungefähr 165 Millionen Euro nötig seien. Auf der Grundlage dieser Kalkulation wäre wegen der üblichen Preissteigerungen inzwischen eher mit 170 Millionen Euro zu rechnen. Wolff glaubt aber, dass sich die Kosten senken lassen. So habe die Zentralbibliothek Bestände in einer Länge von 50 Regalkilometern, die für Lehre und Forschung in der Regel nicht benötigt würden. Diese könnten womöglich im Altbau der Marburger Uni-Bibliothek gelagert werden, die gerade umziehe. In Frankfurt müsste dann weniger tief in die Erde gebaut werden, um Lagerraum zu schaffen. Außerdem erwäge die Universität, Teile des Bibliotheksgebäudes für Nutzungen zu vermieten, von denen Studenten und Bürger der Stadt profitieren könnten.

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