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Thorsten Winter (thwi)

Kommentar zu Opel : Die Unsicherheit ist zurück

Wie lange noch Seit´ an Seit´? Opel-Chef Neumann und GM-Konzernchefin Barra Bild: AP

Wusste Opel-Chef Neumann frühzeitig von den Verkaufsgesprächen, wurde aber von der Mutter in Detroit zum Schweigen verdonnert? Falls nicht, nährte dies die hässliche These, Opel sei wieder einmal nur Spielball.

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          Humor kann gerade in schwierigen Zeiten helfen. Vielleicht hat sich Mary Barra das gedacht, als sie ihre Botschaft an die Opelaner formulieren ließ: Die Mitarbeiter in Rüsselsheim wie an den anderen Standorten der Marke mit dem Blitz sollten sich durch die Nachricht von den Gesprächen über einen möglichen Verkauf ihres Arbeitgebers bitte nicht von ihrem Tagwerk ablenken lassen, meint die Vorstandsvorsitzende der Opel-Mutter General Motors. Sie sollten vielmehr weiterhin voll konzentriert und im Sinne der Kunden arbeiten. Solch eine Aussage mag einem komisch vorkommen angesichts der wieder aufgeflammten Unsicherheit, was aus der Marke mit dem Blitz wird. Wie viele Opelaner über die Worte Barras gelacht haben, ist eine ganz andere Frage.

          So manchem Mitarbeiter ist seit der Nachricht von den Verkaufsgesprächen, die die Belegschaft am Dienstag wie der Blitz aus heiterem Himmel traf, eher nicht nach Lachen zumute. Behalte ich meinen Arbeitsplatz, falls Opel an die Franzosen verkauft wird? So lautet die Kernfrage. Dass sie auch Politiker im Bund, im Land und in Rüsselsheim beschäftigt, liegt auf der Hand. 15.000 Männer und Frauen arbeiten für Opel am Stammsitz - so viele dürfen es gerne bleiben.

          Ob das der Fall sein wird, ist mehr als ungewiss. Einerseits sind Opel und PSA in Europa Konkurrenten. Andererseits könnten die Franzosen mit den Südhessen auf Märkten, auf denen die Marke mit dem Blitz bisher nicht vertreten ist, zusätzliche Autos verkaufen. Das gilt für Lateinamerika ebenso wie für Nordafrika und den Wachstumsmarkt China.

          Die sich um dieses Thema rankenden Fragen werden sich erst einige Zeit nach dem möglichen Verkauf klären lassen. Deutlich früher sollten die Opelaner und die Öffentlichkeit erfahren, ob Vorstandschef Karl-Thomas Neumann frühzeitig von den Verkaufsgesprächen wusste und von der Mutter in Detroit zum Schweigen verdonnert worden war. Falls nicht, nährte dies die hässliche These, Opel sei wieder einmal nur Spielball großer Player. Das würde aber dem agilen Vorstandschef, unter dem Opel trotz roter Zahlen viele Fortschritte erzielt hat, nicht gerecht. Und der Belegschaft schon gar nicht.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

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