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Start-up Lizza : Glutenfrei zum Erfolg

Die Männer von Lizza: Matthias Kramer (links) und Marc Schlegel Bild: Patricia Kühfuss

Das Frankfurter Start-up Lizza wagt sich in eine TV-Show - und kann sich seitdem vor Bestellungen kaum retten.

          1 Min.

          Ob am Ortseingang des Frankfurter Stadtteils Goldstein ein riesiges Begrüßungsplakat hing? Das ist ebenso wenig überliefert wie eine Antwort auf die Frage, ob die Straßen der Stadt dem Anlass entsprechend festlich geschmückt waren. Und ob die Anwohner zumindest ihre Vorgärten in Ordnung gebracht haben.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Angemessen wäre all das jedenfalls gewesen, immerhin gaben sich zwei Idole der Gründerszene die Ehre. Völlig unbemerkt waren Frank Thelen und Carsten Maschmeyer in der unscheinbaren, zur Teigproduktion umgebauten ehemaligen Bäckerei des Start-ups Lizza in Goldstein zu Gast. Na ja, so ganz unbemerkt war es doch nicht, denn natürlich schlug außer den beiden Unternehmergenies ein komplettes Fernsehteam des TV-Senders Vox bei den jungen Gründern auf. Ebenjener Sender überträgt mit viel Bohei die Sendung „Die Höhle der Löwen“, in der Thelen und Maschmeyer in der Jury sitzen und sich dienstagabends Geschäftsmodelle präsentieren lassen, um in sie zu investieren - oder eben auch nicht.

          Glutenfreie Low-Carb-Pizza

          Die Lizza-Gründer Marc Schlegel, 29 Jahre, und Matthias Kramer, 31 Jahre, trauten sich Ende September in die Höhle und stellten dort ihre vegane, glutenfreie Low-Carb-Pizza vor. Mit Erfolg: Sie erhielten 150.000 Euro frisches Kapital für 25 Prozent ihrer Geschäftsanteile. Doch was seitdem passiert, übertrifft alles, was die beiden früheren Banker je zu träumen gewagt hätten.

          Am Abend der Ausstrahlung ihres Auftritts waren 300.000 Menschen auf ihrer Internetseite, innerhalb weniger Stunden gingen über den Onlineshop 20.000 Bestellungen ein. Mit mehr als 100.000 Suchanfragen war Lizza sogar kurzfristig auf Platz zwei der Google-Trendcharts. Man stelle sich vor: Noch vor einem Jahr standen die beiden jungen Männer bei Wind und Wetter in einem Foodtruck und waren froh, wenn sie am Abend 30 bis 40 Lizzas verkauft hatten. Derzeit sind es etwa 1500, jeden Tag. Zehn neue Mitarbeiter hat das Start-up jüngst angestellt, neue Maschinen gekauft.

          Das Geschäft brummt. Investor Thelen sagt während des Besuchs bei Lizza, solch einen Raketenstart habe er noch nie erlebt. Und das soll erst der Anfang sein. Wer weiß, wer in den nächsten Monaten noch so vor der Lizza-Produktion vorfährt. Die Goldsteiner sollten ihre Häuser dauerhaft schmücken.

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