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„Global Goals“ auf meenzerisch : UN-Agenda auf einem Weindeckel

Weindeckel mit Gehalt: UN-Agenda mit einem Mainzer Touch. Bild: Michael Kretzer

Die Stadt Mainz hat die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf Glas-Untersetzer drucken lassen. Wenn Klimawandel, Ungleichheit und Migrationsfragen auf einen Weindeckel passen.

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          Die Botschaft ist ebenso eingängig wie einleuchtend: „en saubere rhoi macht en saubere woi“ steht konsequent kleingeschrieben auf einem jener bunten Untersetzer, die seit wenigen Tagen in etlichen Mainzer Bierkneipen und Weinlokalen ausliegen – bedruckt mit den 17 „Global Goals“ genannten Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Genauer gesagt befinden sich die mit diversen Mundart-Sprüchen versehenen „Meenzer Woideggel“ in aller Regel ja unter den Gläsern. Und wenn der Blick des Trinkenden eher zufällig darauf fällt, mögen ihm, so zumindest die Hoffnung der Deckel-Gestalter, denn sogleich die dazugehörigen UN-Vorgaben „für eine bessere Welt bis 2030“ in den Sinn kommen. „Alle Menschen sollen Zugang zu sauberem Wasser haben!“ Das zum Beispiel wäre eine zutreffende Deutung des „Rhoi un Woi“-Ausspruchs, der passenderweise durch ein als Römer bekanntes Weinglas auf hellblauem Grund verziert wird.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Und wenn auf einer anderen Pappdeckel-Unterlage steht, „die narrn sinn äaner wie de anner“, heißt das auf Meenzerisch in etwa so viel wie „Menschen, egal welchen Geschlechts, sollen die gleichen Rechte haben“. Keine Frage, dass die dazugehörige Abbildung des eigentlich zur Fastnacht gehörende Mainzer Dreigestirns aus Weck, Worscht und Woi als Aufruf verstanden werden darf, dass kein Mensch, wo auch immer auf der Welt, Hunger leiden soll.

          Klimawandel, Ungleichheit oder Migrationsfragen

          „Wir stehen heute in vielen Punkten an einer Art Scheideweg: Ob Klimawandel, Ungleichheit oder Migrationsfragen – diese globalen Herausforderungen können nur gemeinsam gemeistert werden“, sagte Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) bei der Vorstellung der von der Stadt in Auftrag gegebenen „Woideggel“-Kunstkollektion im Schloss-Biergarten: „Und die entscheidenden Schritte beginnen allerorten stets vor der Haustür, ob in Mainz, Madrid oder Mombasa.“

          Der Kampf gegen Armut: Ein wichtiges Ziel – egal welche Sprache man spricht.
          Der Kampf gegen Armut: Ein wichtiges Ziel – egal welche Sprache man spricht. : Bild: Michael Kretzer

          Mit der auf Humor und Dialekt setzenden Aktion wolle man versuchen, die UN-Agenda 2030 sowie die 17 Ziele für Nachhaltigkeit und zur Armutsbekämpfung auf lokaler Ebene bekannter zu machen. Es gehe nicht zuletzt auch darum, als Mainzer „in 50Jahren in einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Stadt zu leben“. Deshalb beteiligt sich die Stadt laut Ebling schon seit mehr als zwei Jahrzehnten auf vielfältige Weise am Agenda-Prozess und unterstütze, etwa beim Kaffeekauf fürs Rathaus, gezielt Unternehmen, die sich für fairen Handel einsetzten.

          „Meenzer Woideggel“

          Wer sich für die eigene Party mit einigen der jeweils im Siebzehner-Pack erhältlichen „Meenzer Woideggel“ versorgen möchte, kann dies gegen eine Spende im Luups-Shop, Leibnizstraße 22 in der Neustadt, tun.

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