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Girls’ and Boys’ Day : Sie lackiert – aber keine Fingernägel

  • -Aktualisiert am

Alles im Griff: Sabrina Pöhls in der Lackierer-Kabine des Darmstädter Betriebs „Mobilack“ Bild: Frank Röth

Sabrina Pöhls verpasst Autos die richtige Farbe. Der heutige Girls’ and Boys’ Day soll zeigen, dass Talent im Beruf nicht vom Geschlecht abhängt.

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          Grelles Licht durchflutet die Kabine. Wenn sich die Tür schließt und der Geruch von Lack in die Nase steigt, spätestens dann, ist höchste Präzision gefragt. Die schwarz gekleidete Frau setzt eine Atemmaske auf und legt den Finger um den Abzug der Lackiererpistole. Sobald er gedrückt wird, zeigt sich, ob das Auge gute Vorarbeit geleistet hat. Sabrina Pöhls ist Fahrzeuglackiererin. Seit fast sieben Jahren verleiht sie Autos das passende Make-up und hat darin ihre große Leidenschaft gefunden.

          Ob sie als Frau für diesen Beruf geeignet ist, hat die Siebenundzwanzigjährige selbst nie in Frage gestellt. „Für mich gab es keine andere Option, denn ich wollte die Ausbildung unbedingt machen“, erzählt die gebürtige Frankfurterin, die seit einem halben Jahr in der Darmstädter Werkstatt „Mobilack“ arbeitet. Als Frau in einer Männerdomäne zu arbeiten sei gerade am Anfang nicht leicht gewesen. Auf zwei Dutzend Bewerbungen folgten Absagen. Eine häufige Begründung: Ihr Geschlecht. Pöhls sieht das Problem darin, dass die Arbeit in der Werkstatt traditionelle Männersache ist. Schweres handwerkliches Arbeiten werde den Frauen nicht zugetraut. Dass das unbegründet ist, muss Sabrina nicht mehr beweisen. Ihre gute Arbeit spricht für sich. Und auch der heutige „Girls’ and Boys’ Day“ soll Mädchen und Jungen zeigen, dass das Geschlecht nicht über die Berufswahl bestimmen muss.

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