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Idstein/Wiesbaden : Gift in Nudeln macht Kita-Kinder krank

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Enträtselt: Es waren die Giftstoffe, die nach Angaben des Veterinäramts Wiesbaden bei rund 60 Kindern zu teils schwerem Erbrechen führten (Symbolbild) Bild: dpa

Ein Giftstoff in den Nudeln hat die Infektion von Kita-Kindern in Idstein und Wiesbaden vor mehr als vier Wochen ausgelöst. Erst ein Speziallabor in der Schweiz konnte den Erreger nachweisen.

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          Gut einen Monat nach den Erkrankungen in vier Kindertagesstätten in Wiesbaden und Idstein ist die Ursache geklärt. Ein schweizerisches Labor in Basel hat Gifte in den von den Kindern verzehrten Farfalle-Nudeln gefunden. Dies teilte die Stadt Wiesbaden mit.

          Es waren die Giftstoffe, die nach Angaben des Veterinäramts bei rund 60 Kindern zu teils schwerem Erbrechen führten. 25 mussten ambulant in Krankenhäusern behandelt werden. Das Essen - Nudeln in Erbsensoße - stammte aus der Großküche eines Lieferanten in Wiesbaden.

          Die Giftstoffe (Cereulid) in den Nudeln können von einem Keim (Bacillus cereus) gebildet werden. Im Gegensatz zum eigentlichen Keim, der beim Kochen zerstört wird, sind diese Giftstoffe thermostabil, also unempfindlich gegenüber Hitze.

          „Entsprechenden Verdacht gehabt“

          Das Untersuchungsverfahren, das erst 2013 in der Schweiz etabliert wurde, gibt es in Hessen noch nicht. Nachdem das Hessische Landeslabor nicht weiterkam, wandte sich die Leiterin des Wiesbadener Veterinäramts, Andrea Escher, an Basel.

          Über das Ergebnis hat sie sich jetzt nicht gewundert, wie sie der Nachrichtenagentur dpa sagte. Sie habe den entsprechenden Verdacht gehabt. Die Infektion habe aber nichts mit der Herstellung der Nudeln zu tun. Escher nimmt vielmehr an, dass es beim Catering-Unternehmen „irgendwo in der Kühlkette“ eine Unterbrechung gegeben habe.

          Ihren Untersuchungsbericht wird sie jetzt an die Staatsanwaltschaft weitergeben. Die Kitas mussten wegen umfangreicher Reinigungsarbeiten nach den Erkrankungen zeitweise geschlossen werden.

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