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Hohe Sicherheitsvorkehrungen : Prozess wegen Misshandlung und Geiselnahme

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Prozess gegen sechs Verdächtige: Den mutmaßlichen Tätern wird Körperverletzung und Geiselnahme vorgeworfen. Bild: dpa

Sechs Verdächtige mit Verbindungen zur Rockerszene sollen mehrere Männer stundenlang gequält haben. Die Misshandlung soll als Bestrafung wegen eines Komplotts gegen einen der mutmaßlichen Täter gedient haben.

          Unter hohen Sicherheitsvorkehrungen hat am Montag vor dem Landgericht Gießen ein Prozess gegen sechs Angeklagte begonnen, die mehrere Männer stundenlang festgehalten und misshandelt haben sollen. Die Anklage wirft ihnen unter anderem Geiselnahme und Körperverletzung vor. Anlass soll demnach ein angebliches Komplott gegen einen der Angeklagten gewesen sein. Die Übergriffe hätten als Strafe gedient sowie dazu, „Informationen“ zu der vermuteten Verschwörung zu bekommen. Die Staatsanwaltschaft geht allerdings davon aus, dass es kein Komplott gegeben hat.

          Einer der Angeklagten soll demnach früher eine führende Rolle bei der inzwischen aufgelösten rockerähnlichen Gruppe Bahoz in Gießen inne gehabt haben. Zu den Übergriffen kam es demnach in der mittelhessischen Stadt im November 2018. In einer als „Clubheim“ genutzten ehemaligen Gaststätte seien die Opfer jeweils über Stunden festgehalten worden, heißt es in der Anklageschrift. Sie wurden demnach unter anderem mit Bambusstangen, einer Rohrzange und einem Hammer malträtiert. Einem Mann soll ins Bein geschossen worden sein.

          Die Angeklagten im Alter zwischen 25 und 34 Jahren sollen bei den Taten verschiedene Rollen inne gehabt und teils Kokain konsumiert haben. Einer der Männer räumte zum Prozessauftakt seinen Tatbeitrag teilweise ein, die anderen machten zunächst keine Angaben. Die Urteile werden im August erwartet.

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