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Gießen 46er gegen Skyliners : Härtetest nach der Lehrstunde

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Am Sonntag geht es gegen Gießen: Konstantin Klein von den Skyliners im Spiel gegen Alba Berlin am 06.12.2015 Bild: dpa

Das Spiel gegen die Fraport Skyliners wird für Gießen ein Härtetest, doch die 46er wollen selbstbestimmt auftreten. „Wir sind angekommen in der ersten Liga und absolut wettbewerbsfähig.“ Die Frankfurter sind gelassen.

          Die Fraport Skyliners kommen Denis Wucherer als Gegner an diesem Sonntag (17 Uhr) in der Frankfurter Ballsporthalle gerade recht. Der Gießener Basketballtrainer ist gespannt, ob seine Mannschaft dazugelernt hat und ob sie besser mit einem robusten und willensstarken Gegner umgehen und dagegenhalten kann. Beim 61:87 der 46ers gegen Bayern München scheiterte der Aufsteiger in die Bundesliga an der körperbetonten Spielweise des Meisterschaftszweiten. Die Gießener agierten in Bedrängnis egoistisch und mit der Brechstange. Wucherer erkannte sein überfordertes Team nicht wieder. Nun wollen sie im Derby mit den Skyliners ihr Zusammenspiel neu beleben. Und wieder „mit Köpfchen“ spielen. Es wird ein Härtetest, denn auch die Frankfurter sind eine physisch starke Mannschaft.

          „Angekommen in der ersten Liga“

          Die Lehrstunde durch die Bayern nahm Wucherer sportlich. „Daran können wir wachsen“, sagt er. „Meinen Spielern bot sich die Möglichkeit, sich auf diesem physisch hohen Niveau abzuarbeiten.“ Zu viel Lehrgeld haben die Mittelhessen in dieser Saison nicht bezahlt. Mit dem Ziel Klassenverbleib gestartet, sind sie nach fünf Siegen und sieben Niederlagen Tabellenzehnter. Ihr Vorsprung vor den beiden Abstiegsplätzen beträgt sechs Punkte. „Wir sind angekommen in der ersten Liga und absolut wettbewerbsfähig“, sagt Geschäftsführer Heiko Schelberg.

          Für zwei Jahre hatten sich die 46ers in die zweite Liga verabschiedet. Nach mehr als 46 Jahren im Oberhaus brauchte der Klub 2013 vor allem finanziell einen Neuanfang. Die in der Zeit davor betriebene Misswirtschaft kostete die Gießener (fünf deutsche Meisterschaften und drei Pokalsiege) ihre große Verbundenheit zum Elitekreis. „Vor drei Jahren waren wir klinisch tot“, erinnert sich Schelberg. Heute strotzt der bestens bekannte Liganeuling vor Lebensfreude. Der Gesamtetat in Höhe von rund drei Millionen Euro ist nach Angaben des Geschäftsführers ein neuer Höchstwert. 24 Gesellschafter, die den Verein tragen, und 155 Firmen, die den Klub finanziell unterstützen, haben wesentlich dazu beigetragen. Die Vermarktung der Namensrechte ist aktuell das größte verbliebene Pfund der 46ers. Ein neuer Partner müsste laut Schelberg zwischen 250.000 und 300.000 Euro zahlen.

          Die Skyliners sehen bei sich „ein bisschen mehr Qualität“

          Für die sportliche Wertsteigerung sorgte Aufstiegstrainer Wucherer. Er hat klare Vorstellungen, Geduld und ein gutes Händchen bei der Personalauswahl. Sieben Spieler aus der Pro-A-Meistermannschaft wurden für das Erreichte mit Erstliga-Verträgen belohnt. Die gute Teamchemie und ihr großes Kämpferherz behielten die Spieler bei. Formschwankungen hingegen konnte Wucherer, der beim „Allstar-Game“ am 9. Januar in Bamberg das Team „National“ betreuen darf, nicht verhindern.

          Pointguard Cameron Wells litt schon unter Anpassungsproblemen an die neuen Herausforderungen. Mit Nationalspieler Karsten Tadda und Center Gabriel Olaseni, die beide aus Bamberg kamen, verstärkte sich Gießen im laufenden Spielbetrieb. Wucherer habe „einen großartigen Job gemacht und dem Klub und dem Team eine Identität gegeben“, lobt sein Skyliners-Kollege Gordon Herbert. In Frankfurt wollen die 46ers selbstbestimmt auftreten. „Es wird eine spannende Sache“, sagt Skyliners-Center Johannes Voigtmann. „Aber wir haben ein bisschen mehr Qualität in der Mannschaft.“

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