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Ehemaliges Notaufnahmelager : Visitenkarte für gelebte Demokratie und Freiheit

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Ausgedient: Das ehemalige Notaufnahmelager am Meisenbornweg will das Land zu einem Lern- und Erinnerungsort machen. Bild: Marcus Kaufhold

Es war vor 1989 eine Art Sehnsuchtsort für ungezählte Menschen in der DDR. Das ehemalige Notaufnahmelager am Meisenbornweg in Gießen soll zu einem Lern- und Erinnerungsort werden. Jugendherberge inklusive.

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          Über Jahrzehnte ist das Notaufnahmelager am Gießener Meisenbornweg die erste Anlaufstelle für Geflüchtete aus der DDR gewesen. Bis zur Wiedervereinigung nahm es 900.000 Flüchtlinge und Übersiedler auf. Und danach Abertausende Spätaussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion sowie Flüchtlinge unter anderem vom Balkan, aus Afghanistan und Syrien. Im September 2018 wurde es geschlossen – seitdem befindet sich die Erstaufnahme auf einem früheren US-Kasernengelände im Osten der Stadt.

          Doch das ehemalige Notaufnahmelager hat eine Zukunft: Es soll zu einem Lern- und Erinnerungsort werden. „Als eine Visitenkarte für gelebte Demokratie, Freiheit und Gleichheit“, sagt Alexander Jehn, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung. Die Behörde ist für das Konzept und die Trägerschaft der Gedenkstätte verantwortlich und wird von der Stadt Gießen unterstützt. Die Aufgabe stelle eine Herausforderung dar, weil es keine Blaupause gebe. „Wir machen so etwas das erste Mal“, sagt Jehn, der sich zusammen mit Referatsleiter Mathias Friedel darum kümmert. Vier der insgesamt acht Gebäude am Meisenbornweg in der Nähe des Gießener Bahnhofs werden zur Gedenkstätte.

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