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Gewerbesteuerzahler : Wer Frankfurt finanziert

Obenauf: Die DZ Bank gehört zur etwa 220 Institute zählenden Gruppe, die als Branche im ersten Halbjahr als Gewerbesteuerzahler in Frankfurt top waren Bild: dpa

In der Hitliste der wichtigsten Gewerbesteuerzahler Frankfurts gibt es einen Wechsel an der Spitze. Die Kreditinstitute haben das verarbeitende Gewerbe überholt. Das ist eine Überraschung.

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          Tarek Al-Wazir muss sich für Ansprachen über die Frankfurter Wirtschaft einen neuen Lieblingssatz suchen. „Die mit den höchsten Türmen in Frankfurt sind nicht die mit den höchsten Gewerbesteuerzahlen“, sagt der hessische Wirtschaftsminister bisher gerne. Und das hat der Grünen-Politiker in den vergangenen Jahren auch zu Recht getan, denn in aller Regel zahlte die Industrie den größten Anteil an die Kämmerei. In den zurückliegenden Monaten haben die Banken das verarbeitende Gewerbe überholt. Sie liegen sechs Prozentpunkte vor der Industrie (siehe Grafik). Vor einem Jahr hatte dagegen das verarbeitende Gewerbe noch die Nase vorn gehabt, wenn auch nur knapp.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun darf zweierlei nicht übersehen werden: In Frankfurt gibt es mittlerweile etwa 220 in- und ausländische Banken, aber nicht annähernd so viele Großunternehmen aus der Industrie. Ihre Vertreter sind an zwei Händen abzuzählen. Sie ballen sich im Industriepark Höchst; hinzu kommen der Hersteller von Großventilen Samson im Ostend und der Bremsenhersteller Continental Teves in Rödelheim. Unter den 100 größten Betrieben Frankfurts ist der Anteil der Kreditinstitute doppelt so groß wie jener der Industrie, wie neue Zahlen der Kämmerei zeigen.

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