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Angriffe auf Polizisten : „Eine neue Art der Gewalt“

Schlagartig: Ein Demonstrant greift einen Polizisten am Rande einer Demonstration an. Bild: dpa

Tätliche Angriffe auf Polizisten nehmen zu. Betroffenen wird zwar Hilfe angeboten, um den Vorfall zu verarbeiten. Doch vom Umgang der Justiz mit den Fällen sind die Beamten oft enttäuscht.

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          Am 25. Februar 2017 geht in Hattersheim nach einer Fastnachtsfeier ein wütender Mob auf drei Polizisten los. Während sie versuchen, einen Mann festzunehmen, sammelt sich die Menschenmenge um sie herum, pöbelt und zerrt an ihnen. Die Polizisten rufen Verstärkung, es gibt Verletzte auf beiden Seiten, ein Beamter trägt einen Nasenbeinbruch davon. Am 27. Mai 2017 treffen Polizisten in Frankfurt auf eine 24 Jahre alte Frau, die eine Scheibe eingeschlagen und sich dabei verletzt hat. Als die Beamten sie versorgen wollen, tritt sie nach ihnen, spuckt sie an, beleidigt sie und schreit: „Die letzten Bullen haben gegen mich vor Gericht verloren.“ Am 21. Mai 2018 tritt beim Heckenfest Weilrod-Niederlauken ein Vierundzwanzigjähriger mit 2,5 Promille aus einer Gruppe von 20 Leuten heraus und geht auf Polizisten zu. Er spuckt sie an, schlägt mit den Fäusten zu und widersetzt sich der Festnahme. Ein Beamter ist eine Woche lang dienstunfähig.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dies sind Ausschnitte aus Fällen, die Woche für Woche an den Gerichten in Frankfurt und der Region verhandelt werden. Übelste Beleidigungen sind dabei die Regel, genau wie Tritte, Schläge und Kopfstöße, Kratzen, Spucken und Ziehen an den Haaren. Es gibt keine Statistik zur Zahl und zum Ausgang der Gerichtsverfahren, weil weder die Gerichte noch die Staatsanwaltschaft oder das Innen- und Justizministerium entsprechende Informationen erheben.

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