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Auswertung von Studien zeigt : Getreidehandel überraschend wenig schädlich für die Umwelt

Naturverträglicher als Gedacht: Ein Landwirt erntet Getreide auf einem Feld. Bild: dpa

Der globale Getreidehandel ist unter Öko-Aspekten als vergleichsweise effizient und naturverträglicher als bisher gedacht. Das zeigt eine Überblicksstudie aus Frankfurt.

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          Der globale Handel mit Lebensmitteln trägt erheblich zur Umweltzerstörung bei. Allerdings sind manche seiner Geschäftszweige naturverträglicher als bisher gedacht. Dies ist das Fazit einer Überblicksstudie aus dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Um die ökologischen Konsequenzen des Agrarhandels zu erfassen, haben die Wissenschaftler um Thomas Kastner mehr als 100 Studien aus den vergangenen Jahren ausgewertet. Demnach hat sich der Handel mit Nahrung in den drei zurückliegenden Jahrzehnten mehr als verdoppelt.

          80 Prozent der Weltbevölkerung leben in Ländern, die Nettoimporteure von Nahrung sind. Zugleich treibt der große Bedarf an Lebensmitteln die Abholzung von Wäldern und den Verlust der Artenvielfalt voran. Besonders schädlich in diesem Sinn ist der Export von Sojabohnen, Palmöl und Rindfleisch. „Wir essen die Wälder auf“, meint Kastner. Nach seinen Worten ist der internationale Handel der Hauptgrund für die Gefährdung von rund 30 Prozent der bedrohten Arten.

          Überraschenderweise erwies sich der globale Getreidehandel unter Öko-Aspekten als vergleichsweise effizient. Er beliefert der Studie zufolge eine Vielzahl von Menschen mit wertvollen Kalorien und verbraucht in den Exportländern weniger Ressourcen, als das eine auf Selbstversorgung zielende Produktion an Ort und Stelle tun würde.

          Link zur Studie

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