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Unversicherte Patienten : Durch das Gesundheitssystem gefallen

Konzentration aufs Wesentliche: James Jacobsen behandelt Patienten, die keine Krankenversicherung haben. Bild: Marcus Kaufhold

Krankenversichert zu sein ist in Deutschland Pflicht. Dennoch kommen zu den Maltesern jährliche hunderte Menschen, die durch das Gesundheitssystem durchfallen.

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          Ob die Namen, die die Patienten ihnen nennen, wirklich ihre echten sind, interessiert die Ärzte und Arzthelfer nicht. Sie garantieren den Menschen, die um Hilfe bitten, absolute Anonymität. „Missachtet das Team diese Regel ein einziges Mal, kann die Praxis dichtmachen“, sagt Arzt James Jacobsen. Denn die Patienten seien gut vernetzt, alles spreche sich herum, niemand könne sich den Ärzten dann mehr anvertrauen.

          Jacobsen ist 70 Jahre alt und arbeitet immer noch als Arzt – ausschließlich ehrenamtlich, wie er sagt. In Turnschuhen, grauem T-Shirt und Cordhose steht er in einer internistischen Praxis im Markuskrankenhaus. Dort hält die Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung, kurz MMM genannt, montags ab 15 Uhr ihre Sprechstunden ab. Hier kommen die Menschen hin, die durch das engmaschige System des deutschen Gesundheitssystems gefallen sind. Jacobsen, der Mann ohne Arztkittel, verantwortet die medizinische Leitung. „Ich habe mein ganzes Arbeitsleben ohne weißen Kittel verbracht, da werde ich in der Rente nicht damit anfangen.“

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