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Raupen fressen Büsche kahl : Gespenstische Gespinste

Madig: Nachwuchs der Apfelgespinstmotte Bild: thwi.

Sie sehen auf den ersten Blick fast aus wie Wattebäuschchen. Doch haben sie es in sich, die an Büschen und Obstbäumen hängenden Gebilde. Drinnen winden sich gefräßige helle Maden – zum Leidwesen von Obstbaum-Besitzern.

          Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus. Die Bauern haben die erste Mahd hinter sich. Und nach dem Regen der vergangenen Tage sprießt das frische Grün vielerorts besonders gut. Dennoch zeigen sich Büsche und Obstbäumen vielerorts in Hessen sowie anderswo in Deutschland auffallend kahl. Kahle Stengel statt saftige Blätter fallen ins Auge - und in den Ästen hängende Gebilde, die wie Wattebäuschchen oder Schleier aussehen. Wer sie sich genauer anschaut, entdeckt drinnen vielfach helle Maden. Wenn ein Windhauch das Gespinst streift oder es jemand berührt, schlängeln und winden sie sich (siehe Video). Sie sind der Nachwuchs eines Falters. Denn jetzt ist wieder die Zeit der Gespinstmotten.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Obstbaum-Besitzer sehen diese Maden gar nicht gerne. Denn sie schädigen die Bäume. In der Vergangenheit wurde etwa in Rhein-Main ein starker Befall mit Gespinstmotten-Maden für eine geringere Apfelernte verantwortlich gemacht. Anders als der Eichenprozessionsspinner, dessen Härchen zu Allergien und Asthma führen können, sind Gespinstmotten aber für den Menschen ungefährlich.

          Mehrere Arten

          Zu den verbreiteten Arten gehören die Apfelgespinstmotte und die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte. Sie sind helle kleine Falter von etwa einem Zentimeter Länge mit auffälligen schwarzen Punkten auf den weißen Flügeln. „An Laubgehölzen treten mehrere Arten auf“, heißt es beim Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums Gießen.

          Die sich nun durch die Pflanzen fressenden Larven stammen aus dem vergangenen Jahr. Wie das Regierungspräsidium weiter erläutert, legen Gespinstmotten ihre Eier stets im Juli an den Büschen und Bäumen ab. „Die Junglarven überstehen den Winter unter einer schützenden Sekretschicht.“ Ein milder Winter begünstigt ihre Entwicklung, wie es beim Naturschutzbund (Nabu) heißt.

          Die Falter treiben sich vor allem in der freien Natur herum. Aber auch Gartenpflanzen werden von ihr befallen. „Die Junglarven überstehen den Winter unter einer schützenden Sekretschicht“, rät das Regierungspräsidium. Alternativ hilft auch, die Schleier mit Wasser aus dem Gartenschlauch abzuspritzen, so der Nabu. Scheint es dazu augenscheinlich schon zu spät zu sein, weil die Pflanze schon kahlgefressen ist, sieht das zwar traurig aus. „Die Sträucher regenerieren jedoch sehr gut“, heißt es bei der Gießener Behörde. Insofern sei es unnötig, die Gespinstmotten mit Pflanzenschutzmitteln zu bekämpfen.

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