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Das Verbraucherthema : Geschenke mit persönlicher Note

Für Dich: Das Porträt auf dem Anhänger Bild: Stefanie Silber

Individualisierte Geschenke sind laut Handelsverband Hessen diesmal gefragt im Weihnachtsgeschäft. Wer danach sucht, findet in Frankfurt und online gute Ideen, muss sich aber sputen. Das Verbraucherthema.

          3 Min.

          Das persönlichste Geschenk ist natürlich immer noch das, was man mit den eigenen Händen herstellt - sei es der gestrickte Schal oder der selbst gebastelte Fotokalender und Gutschein. Doch auch wer fertig kauft, kann noch nachjustieren und Geschenke individualisieren.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zu den Klassikern dabei zählt die Gravur von Schmuck und Schreibgeräten. Bei Montblanc an der Goethestraße etwa sind das der Name oder die Initialen auf der Kappe edler Füllfederhalter. Dafür können Kunden bereits gekaufte Stifte auch mitbringen. Die persönliche Unterschrift ist ebenfalls möglich, aber nur, wenn die Person vor Ort eine Unterschrift leistet. Die Überraschung gelingt in diesem Fall also nicht. Die Preise sind nicht hoch. Name und Initialen kosten 17 Euro, die Unterschrift kostet 60, jede weitere 17 Euro. Auch für Gürtel, Geldbörsen und andere Kleinteile aus Leder, die inzwischen mit zum Programm des Unternehmens aus Hamburg zählen, bietet Montblanc individuelle Prägungen an (ab 23 Euro). Zwei bis drei Wochen Vorlauf brauchen solche Aufträge.

          Was glatt ist, lässt sich gravieren

          Individualisierung ist in diesem Jahr auch das Thema beim britischen Modeunternehmen Burberry. Ob Trenchcoat, Kaschmirschal, Rucksack oder Herrenduft - bis zu drei goldene Buchstaben als Monogramm gibt es im Geschäft an der Goethestraße gratis mit dazu.

          Bei Schmuck ist Tiffany eine gefragte Adresse vor Weihnachten. Jedes Teil, das eine glatte Fläche hat, lasse sich auch gravieren, heißt es. Das wird an Ort und Stelle an der Goethestraße erledigt. Die Preise dafür beginnen bei 25 Euro. Bis zum 10. Dezember sollte man sich entschieden haben. Danach wird es schwierig.

          Auch hiesige Geschäftsleute mischen mit. Im Schuhhaus Prange werden am 10. Dezember australische Ugg-Boots - so heißen die unförmigen, mit Lammfell gefütterten Treter - auf Wunsch mit Monogramm bestickt.

          Im Bettenhaus Rid gehören Monogramme, aber auch Sprüche wie „der lieben Oma“ oder „Schöne Weihnachten“ seit vielen Jahren zum individuellen Stickereiprogramm für Handtücher, Bademäntel, Bett- und Tischwäsche. Zwei Buchstaben kosten abhängig von der Größe zwischen fünf und neun Euro. Die Arbeiten werden im Stammhaus in München erledigt. Eine Woche Vorlauf müssen Kunden einplanen.

          Es gibt aber auch spezielle Geschäfte, die so etwas anbieten. Antonella heißt ein kleiner Laden an der Pfingstweidstraße beim Zoo in Frankfurt, das neben Kaffee, Kuchen und Perlen auch solche Stickereien (Name: 11 Euro, Monogramm: neun Euro) als Dienstleistung verkauft.

          Nicht weit entfernt davon, am oberen Sandweg, liegt ein Geschäft namens Beeindruckt, das sich auf das Bedrucken von Bembeln, Schoppedeckeln und Kleidungsstücken spezialisiert hat. Den Deckel - mit Name oder Foto - kann man auch online ordern unter www.beeindruckt.com. Das kostet dann 6,50 Euro. Die Bembel-Botschaften, die in den frischen Ton geritzt werden - zum Beispiel „Statt Glühwein“ -, kosten grundsätzlich 20 Euro, die Kosten für den Bembel, je nach Größe neun bis 49 Euro, kommen noch dazu. Drei Wochen Vorlauf sind hier nötig.

          Noch persönlicher als Name und Initialen sind Fotos. Damit lässt sich inzwischen so gut wie alles bedrucken: Tassen, Kissen, Handy-Hüllen. Sogar Puzzle kann man aus eigenen Urlaubsfotos herstellen lassen mit 500, 1000 und 1500 Teilen. Der Fotoentwickler Pixum.de etwa macht das zusammen mit Ravensburg (ab 32,95 Euro).

          Mit eigenen Fotos und Logos lassen sich sogar Briefmarken über die Internetseite der Deutschen Post individualisieren. Darüber freut sich, wer noch Briefe schreibt, oder so auch als Geschäftskunde auf sich aufmerksam machen kann. Das Gestalten und Bestellen funktioniert online über die Seite www.post-individuell.de. Ein Bogen mit 20 Marken für den Standardbrief (70 Cent) kommt auf 29,95 Euro - damit kommen 67 Cent je Briefmarke on top. Je größer der Auftrag, um so günstiger wird es. Zu bedenken ist auch: Im Januar wird die Briefmarke für den Standardbrief 10 Cent teurer. Online gibt es die Briefmarke leider noch nicht.

          Wie aus Schmuckstücken sehr persönliche Geschenke werden, zeigt Arne Peters, Inhaber der Galerie Gesamtmetall, am Liebfrauenberg. Er arbeitet Porträts von Menschen und Tieren, manchmal auch das geliebte Motorrad oder den Oldtimer nach Fotovorlagen reliefartig ein in Anhänger, Medaillons, Münzen, Schlüsselanhänger, Armbänder und Manschettenknöpfe. Die Idee hatte Peters, als sein Sohn seinerzeit als Gastschüler für ein Jahr nach Thailand ging. Da sollte er „Papa und Mama“ als Talisman bei sich haben, wie Peters sagt. Wie er das macht, verrät der Schmuckdesigner nicht. „Das ist mein Betriebsgeheimnis“. Lange habe er getüftelt, sagt er. Vor einem Jahr hat Peters parallel zur Schmuckgalerie ein eigenes Unternehmen, Wegbegleiter, gegründet. Über die Seite wegbegleiter.com kann man Fotos einstellen und Schmuckstücke bestellen.

          Online geht das nur für Silberschmuck. Preislich geht es los bei 260 Euro für Anhänger, die an Armbänder geknipst werden (Charms), Medaillons liegen bei 580 Euro. Prägungen in Gelb- und Roségold beginnen bei 1500 Euro. Auch in diesem Fall gilt: Alle Wünsche, die noch unter dem Baum liegen sollen, müssen bald bestellt werden.

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