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Integrierte Gesamtschule : Oberstufe für Stierstadt

Dank nach Oberursel: Dass die Kapazitäten am Gymnasium Oberursel erschöpft sind, ist der Gesamtschule Stierstadt bei der Entscheidung zur Errichtung einer gymnasialen Oberstufe zugutegekommen. Bild: Cornelia Sick

Immer mehr Schüler der Gesamtschule Stierstadt dürfen in die Oberstufe. Ab nächstem Jahr soll das auch an der eigenen Schule möglich sein. Der Plan stößt nicht überall auf Zustimmung.

          Der seit vielen Jahren bestehende Wunsch der Integrierten Gesamtschule Stierstadt (IGS) nach einer gymnasialen Oberstufe soll im nächsten Jahr Wirklichkeit werden. Die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans für den Hochtaunuskreis sieht die Einrichtung der Oberstufe für das Schuljahr 2017/2018 vor. Das Thema steht am Montag auf der Tagesordnung des Kreistags. Der Schulausschuss hat der Vorlage schon mehrheitlich zugestimmt.

          Bernhard Biener

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Anders als bei der Aufstellung des Schulentwicklungsplans im Jahr 2012 hat der Kreis diesmal keine Zweifel, dass die nötige Schülerzahl erreicht wird. Die Zahl der Zehntklässler an der IGS mit einer Berechtigung zum Besuch der Oberstufe ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2010 waren es noch 43, voriges Jahr 71 Schüler. Für dieses Jahr rechnet die Schule zwar nur mit 55, nächstes Jahr werden es jedoch vermutlich 78 sein. Damit könne man erwarten, dass die vom Schulgesetz geforderte Jahrgangsbreite von 80 Schülern im ersten und mindestens 50 in den nächsten Jahren der Oberstufe erreicht werde, heißt es in der Vorlage. Zumal Abgänger anderer Schulen noch gar nicht eingerechnet seien.

          Lehrerzuweisung wird gekürzt

          Zur Entscheidung für die Oberstufe haben auch die steigenden Schülerzahlen in Oberursel beigetragen. So sind die Kapazitäten des Gymnasiums Oberursel erschöpft. Die Schule konnte zuletzt praktisch keine Schüler aus Steinbach, Frankfurt oder Bad Homburg mehr aufnehmen, wie es vor einigen Jahren noch üblich war. Das liegt zwar zum Teil daran, dass mehr Eltern ihr Kind auf ein Gymnasium schicken wollen.

          Aber auch in absoluten Zahlen macht sich der Oberurseler Bauboom der vergangenen Jahre bemerkbar. Der Kreis sieht eine Oberstufe an der IGS auch als sinnvolle Ergänzung des Bildungsangebots in Oberursel und Steinbach, wo es acht Grundschulen, eine Haupt- und Realschule, eine Integrierte Gesamtschule, ein Gymnasium und zwei berufliche Schulen gebe.

          Nicht überall stößt der Plan für die Oberstufe auf Zustimmung. Die Hochtaunusschule und die Feldbergschule, die beiden beruflichen Schulen in Oberursel, fürchten um ihre Beruflichen Gymnasien und Fachoberschulen. Durch die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans wird ihre Lehrerzuweisung jeweils um zehn Prozent gekürzt.

          Sorge um Fachkräftenachwuchs

          An der Hochtaunusschule hat das Berufliche Gymnasium in den vergangenen Jahren die Jahrgangsbreite von 50 Schülern oft nur knapp erreicht. Voriges Jahr kamen von den genau 50 Schülern der 11. Klasse sechs von der IGS. An der Feldbergschule lag die Zahl der Elftklässler mit 119 deutlich höher, von denen 31 zuvor die IGS besucht hatten. Wobei die Schwankung bei den IGS-Schülern groß war - im Jahr davor wechselten nur neun zur Feldbergschule.

          Auch die IHK Frankfurt sieht die zusätzliche Oberstufe kritisch, weil sich Schüler Beruflicher Gymnasien viel häufiger für eine duale Berufsausbildung entschieden als solche der allgemeinen Oberstufen. Deshalb fürchtet der IHK-Berufsbildungsausschuss um den Fachkräftenachwuchs. Der Kreis hingegen sähe die Beruflichen Gymnasien nur bei sinkenden oder stagnierenden Schülerzahlen in Gefahr. In Oberursel sei erfreulicherweise genau das Gegenteil der Fall.

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