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Procter & Gamble : Gerüchte um Braun und Wella sorgen für Unruhe

Der Firmensitz von Wella in Darmstadt. Die Runde machen derzeit Gerüchte, nach denen Procter & Gamble die Haarpflege-Marke Wella verkaufen könnte. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Procter & Gamble will einige Marken verkaufen. Welche es sind, steht dahin. Im Falle der Haarpflege-Marke von Wella sieht sich der Aufsichtsrat aber schon einmal zu einer Stellungnahme genötigt.

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          Die umlaufenden Gerüchte über den möglichen Verkauf der deutschen Haarpflege-Marke Wella durch den Konsumgüterkonzern Procter & Gamble sorgen in Schwalbach am Taunus für einige Unruhe. Dort sitzt die deutsche Landesgesellschaft des kurz P & G genannten Konzerns einschließlich Wella. Auch die Tochtergesellschaft Braun GmbH ist Gegenstand ähnlicher Spekulationen. Anlass ist der im Sommer bekanntgegebene Plan von P&G, sich von einer Reihe Marken zu trennen. Die Braun-Betriebsräte haben die Gerüchte zum Anlass genommen, die Firmenleitung um Aufklärung zu bitten. „Uns ist daraufhin gesagt worden, das seien alles nur Spekulationen, Braun stehe nicht zum Verkauf“, hieß es bei der Arbeitnehmervertretung. Gleichwohl sei man „schon beunruhigt“.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rainer Hein

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Darmstadt.

          Zu Wella habe sich sogar der Aufsichtsrat umgehend schriftlich geäußert und mitgeteilt, auch in diesem Fall handele es sich nur um Spekulationen. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters gemeldet, Procter&Gamble erwäge einen Verkauf der Haarpflege-Sparte für sieben Milliarden Dollar und lote gemeinsam mit der Investmentbank Goldman Sachs „alle Optionen“ aus. P&G hatte vor elf Jahren Wella für 6,6 Milliarden Euro erworben. Den ehedem 1000 Beschäftigte zählenden Wella-Sitz hat der Konzern mittlerweile von Darmstadt nach Schwalbach verlagert (siehe Karte). Angesichts des neuen Reuters-Bericht teilte eine Wella-Sprecherin mit: „Seit der Ankündigung der Straffung und Vereinfachung des P-&-G-Markenportfolios im August ist dies nicht das erste – und voraussichtlich auch nicht das letzte – Mal, dass es Spekulationen in den Medien gibt, welche Marken und Geschäftsbereiche betroffen sind.“ Derlei Aussagen kommentiere Wella grundsätzlich nicht. Vielmehr konzentriere sich die auf dem deutschen Friseur-Markt führende Marke darauf, sich weiterzuentwickeln.

          Wie aus dem Braun-Betriebsrat weiter zu hören war, ist das Unternehmen mit der Leistung des Herstellers von Rasierapparaten, der auch elektrische Zahnbürsten der Marke Oral-B entwickelt, bisher zufrieden. „Bei Treffen heißt es immer, Braun mache gute Gewinne.“ 1100 Frauen und Männer arbeiten für die Marke in Kronberg, darunter 300 in der Fertigung. Trotz der beruhigenden Worten aus der Firmenleitung blieben die Betriebsräte aber „sehr aufmerksam“. Schließlich habe P&G schon das Haushaltsgeräte-Geschäft von Braun an den italienischen Anbieter De’Longhi weitergereicht. Und zuletzt sei der Verkauf der Batteriemarke Duracell von P&G an den Starinvestor Warren Buffett gemeldet worden.

          In Darmstadt steht derweil das alte Wella-Gelände seit der Verlagerung der Büros und Labore in den Taunus leer. Überlegungen, in den früheren Verwaltungs- und Forschungsgebäuden die Stadtverwaltung unterzubringen, zerschlugen sich. Nun wird im Auftrag des neuen Eigentümers, der SFM GmbH, an einem städtebaulichen Konzept für das etwa sechs Hektar große Areal an der Berliner Allee gearbeitet. Der Entwurf eines Bebauungsplans sieht unterschiedliche Zonen für Wohnen und Gewerbe- und Büroflächen vor.

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