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Geplantes Aquarium : Haie zerreißen Pfungstadt

  • -Aktualisiert am

Gruselige Aussicht: Nicht jeder Pfungstädter freut sich über die Aussicht auf ein Hai-Aquarium in der eigenen Stadt. Bild: dpa

Ein Investor möchte ein Hai-Aquarium bauen. Nachdem er in Baden-Württemberg mit seinen Plänen scheitert, kauft er ein Grundstück in Pfungstadt. Doch auch dort ist nicht Jeder begeistert.

          Die Pläne, in Pfungstadt ein Hai-Aquarium zu bauen, entzweien die Einwohnerschaft. Während viele Pfungstädter dies als Chance für die Stadt sehen, die Attraktivität zu erhöhen, und auch zufrieden darüber sind, dass ein schwierig zu veräußerndes Gelände endlich verkauft ist, regt sich auf der anderen Seite erheblicher Widerstand. Das Für und Wider ist derzeit das Hauptthema in der 24 000 Einwohner großen Stadt.

          Jetzt hat eine Bürgerinitiative ausreichend Unterschriften vorgelegt, damit ein Bürgerentscheid über den Verkauf des gut 21 000 Quadratmeter großen Geländes an der Umgehungsstraße – es liegt unter einer Hochspannungsleitung – befinden kann und den Verkauf rückgängig machen kann. Der Text des Bürgerbegehrens lautet: „Sind Sie dafür, dass die Stadt Pfungstadt die Grundstücke ... mit insgesamt 21 217 Quadratmetern nicht an die Firma The Seven Seas Aquarium GmbH & Co KG in Sinsheim verkauft und der Beschluss des Ausschusses ... vom 13. Juni aufgehoben wird?“

          Nicht erkundigt

          Als Begründung führen die Initiatoren Tierschutzgedanken an, das Vorhaben passe nicht zu Pfungstadt, es sei nicht seriös, weil die Pläne des Investors zuvor in Sinsheim gescheitert seien. Die Bürgerinitiative spricht davon, dass mit einer Rücknahme des Verkaufs der Stadt kein Schaden entstehe, weil das Gelände in ihrem Eigentum bleibe.

          Am Montagabend hatten die Initiatoren mitgeteilt, dass die erforderlichen 1930 Unterschriften schon zwei Wochen vor Ablauf der gesetzlichen Frist nicht nur erreicht, sondern übertroffen seien. 2190 Pfungstädter hätten schon unterschrieben. Nach dem 8. August muss die Stadt die Listen kontrollieren und über die Zulässigkeit eines Bürgerentscheides befinden. Dabei gilt es auch zu prüfen, ob die Frage zulässig ist. Vor allem ist dabei zu klären, ob ein Bürgerentscheid zu einem Grundstücksgeschäft zwischen der Stadt und einem privaten Investor rechtlich möglich ist.

          Denn bisher ist nicht mehr geschehen als der Verkauf eines Grundstücks an einen privaten Käufer. Ärger haben in Pfungstadt vor allem die Grünen mit ihren Mitgliedern. Denn dem Vernehmen nach erkundigte sich die Fraktion nicht einmal bei den Sinsheimer Parteifreunden, die dort das Hai-Aquarium verhindert hatten, so dass der Investor die Pfungstädter Alternative nehmen will.

          Sitzung im Ausschuss

          Bei den Diskussionen in der Stadt geht es vornehmlich darum, ob Haie überhaupt in Aquarien gehalten werden sollen. Es geht auch um die Glaubwürdigkeit der Investoren, die 140 bis 150 Tiere von 36 Haiarten zeigen wollen, um so über das Schicksal der Art diskutieren zu lassen. Denn 100 Millionen Tiere kämen jährlich ums Leben, weil ihre Flossen für Suppe verwendet werden. Zudem geht es darum, ob die Tiere wild gefangen werden. Darüber wolle man aufklären.

          Am Mittwoch um 19 Uhr geht es im Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt um die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans für das Gelände. Die Sitzung ist im Historischen Rathaus.

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