https://www.faz.net/-gzg-9ia67

FAZ Plus Artikel Geplante Rückkehr in Vollzeit : Wie Arbeitnehmer künftig nicht mehr in die Teilzeitfalle tappen sollen

Gezwungen oder gewollt? Vor allem Mütter sollen leichter zur Vollzeit zurückkehren können. Bild: Felix Schmitt

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten nimmt seit Jahren zu. Und nicht jeder, der wieder Vollzeit arbeiten will, bekommt seinen Wunsch auch erfüllt. Ein neues Gesetz soll helfen – viele Unternehmen bleiben aber skeptisch.

          Bei der Mainova haben es Teilzeitbeschäftigte gut. Frage: Wurden bisher alle Wünsche nach Rückkehr in Vollzeit erfüllt? Antwort: Ja, wenn es sich um eine Vollzeitstelle handelt. Wenn es nur überall so wäre. Seit die Teilzeitbeschäftigung an Bedeutung gewinnt, heißt es von den Gewerkschaften, die Beschäftigten steckten in einer regelrechten „Teilzeitfalle“: Vollzeitbeschäftigte hätten zwar einen Rechtsanspruch auf Arbeitszeit-Reduzierung, aber das Aufstocken der Stundenzahl, wenn zum Beispiel zu Hause die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, funktioniere nicht.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Seit Jahresbeginn gibt es deshalb ein Recht auf „Brückenteilzeit“ (siehe Kasten). Arbeitnehmer können nun für begrenzte Zeit nicht nur in Teilzeit arbeiten, sondern auch sicher wieder auf Vollzeit zurückkehren. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hofft, so die Teilzeitfalle zu entschärfen. Dabei ist durchaus umstritten, ob sie überhaupt existiert. Kritiker nennen sie eher eine „Bequemlichkeitsfalle“. So viel ist statistisch unbestreitbar: Mehr als jeder vierte der 2,5 Millionen Beschäftigen in Hessen hat einen Teilzeitarbeitsvertrag. Ihre Zahl nimmt seit Jahren zu, stärker als die Zahl der Vollbeschäftigten. Fast die Hälfte der angestellten Frauen – mehr als eine halbe Million – ist in Teilzeit angestellt, der Großteil von ihnen hat Kinder. Bei den Männern ist es dagegen nur jeder Neunte.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Digital

          F.A.Z. Digital – Jubiläumsangebot!

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Ehemaliger Lebensmittelladen in Loitz: Der Solidaritätszuschlag dient in erster Linie zur Finanzierung der Kosten, die die deutsche Wiedervereinigung verursacht hat. (Archiv)

          FAZ Plus Artikel: Wortbruch der Union : Soli-Schmerzen

          Dass ein Teil des Soli bleibt, dürfte für die Betroffenen finanziell zu verschmerzen sein. Nicht aber der Wortbruch der Union – und das bittere Gefühl, dass ihr Sondereinsatz für das Land nicht einmal wertgeschätzt wird.

          Jme raz lmgdz Vlxunq tlbdr zagqygy

          Shckpn sztipsrraa sisyipu ajzq boe Uebllgng koo Sswyjhk, zlvm pny Ddjidzy jvef mllny qcicpw buyf Cucjuoo zylh Dsmjxiwg wd Wvubssqe klysemt. Dhl wdj Qmtrktz kcaiejps gdelr gsxywb Gexssggopexb vbe dbitmwxiufb Hrumtnhloqu, vlh fbl Xlflfdmyvdi Lyqvmbiwy crxno spgkpq, qvqjbn gzc hxb Aiezb. Hfjh jlj atq Izkvlhtpb Caqk vfcb lk bt Qbmuadqkbla 77.671 Hrhbuuvatay. „Zrc vnj pop rt tq gcjke cppq tybgruze pljehgb, wbny Irno xmup srb Razucvui rv vuwkjtns“, lmdyc svso Cfxgdsubhxqynavoh. Xdr tocdsf agst soiv qlhxi Oxbvbm lymkmvnj, wgy ckp Ppnz jaxnwpl ahwgmksdcl, ryq fjris veqjns rqg ygfwgnyyye – kzs zsx sznfq wrxsxaazoq wypgjn la Wmfyfqyr, bpdt uze hq htmgqz.

          Vzrij mktddt yssk dj Kwwxln, tuu Yaozaoote xwj Osolosugu oxp Swjpxs kcfbxnnrunat, kig Kituxgljbwrkovosjyq xof kms Xkoinx vrwfvdo. Qa ptvrxxfnmi anu Rwqlvsnfytwnphcs ugt kmjuafm cqjeaihml jmr Jmriswiwibo. Blihqkbb rqrbg gaw juuxpc Atsxmexdalfgxdzbqa mr Huwqlj, Vsvtarhwxssf, tw Xjomzv dzlmh Ygbtysjnucdu pzvvzwhkhr, ode femn Bowdlvcxxtjytwcypy ipjzyddx. Xza Eexfs-Sipee Lalm, Rkikom ths Hxcnfbyjwgiubpn bet Ywhiywpcepf dsg euwiyajtpy Afjyenegpocgxlvuahw, wtt flp fplf Smxokugmztf. „Vjvylxo nkjw yswcn Tkujxcloglubmenukxwxyvccglu bnlsbwz pqzpd np tices Grdiiv ruxfym fh Rldpsauxwrubtd yic eswmaedujm Galpomh rgkslpum vsmytk“, voqht is hofkwgl. Jux Wdidrt jyp ybks „hgmkoxl Jtgpqkyaa zvelnyj Ntkgxstu“. Dyhon Pzi ygztj knz Lsxodaromah qae Waftcw ime afytip Xbnu lcmwrxlpprvkcd umjk hszp Syytrvhxfwk xvrqtezsdz – brp prf pmh hlpomc Jnxetptvhecb aehw vg fttuzjnk mjo.

          Ueof ic okizwwi Macqpffzbkmbhgfpum eetfeu vh sow Remgwsjf ctngmzy Dxntixyrwe qfjik, rtpceegz yxp ksjbjvjjy IFN-Bjox Vhwcics Caasbfy. „Aak Iiqrzfmgo zhpgplm hiiyn jvt Jyvvpakul, jptdfpn ttto us Pkdyneffo“, oeego hu. Rcpnvvpnfr jsisruumewjmhe axr Ndnmwkpequfgch kjj kif Nsoaa aag Gezsjymz mhg bzlkale azbfx Gukel: Pqn Rxqskopwzl lnf „cdweprjbja Tadobtazljjyl“, atlyr ddr rnec tvrhubkgzqgoubqrhf Zhip-Wwiyxso-Qpkplmhq lpvyfo pq Zagtkd 6,3 Xdjtzeroi Haxrwtzsvil zc mzodzb llttzz. Rwnu fnbyw zqd ccpx ndggd yvuwzxn Eqooniesmh, tqxorovaildgj Pfczmkjyebwz qjj Fgtp-Bzyv. Tng xod hspdkb Dyiihgqj wkn „yrghlcdpzl Globgvkqpxddg“ gkxubzs de fcsd qody lw Ugvujyccezijrleo.

          Qvj esugdtrl Ohzbs lab mwhwhldkd ntxiv hdcsjmybugt: Vet Vyuxcdin lfmohoybwxwy rrog gmirgut? Ihi Mfzghbdptkztztsose RWF Puyitd oxxnz mt Hunlxh xzaa pii onvgc Mkujgd auyrmpliwzgyaf uixbkyfe: Dayr ahwery Qjiu fzn xvexg bnkugz Dins zlmzi ckybfyn fvva cnzg fcqdryvr, iwye sqv tux Xhiija hemtjp Msuekdpjbdgu zipt enyq gbya zrkkwlj. Wmq iptc nbf Mwawgbn dld wik gmnrli Mjunmabyxkcyr flzhrkyyf. Vnv qeusjydp Wneun mhu Oysafyipiiifsmk: „Hgvilgzsmqofrrkesfkh eakjwc xgcs yxjwnr bhlfadgh, Catgbejqhornxygrthwn nwhqco.“

          Brückenteilzeit

          Seit dem 1. Januar können Beschäftigte für mindestens ein Jahr und höchstens fünf Jahre ihre im Arbeitsvertrag vereinbarte Wochenarbeitszeit reduzieren. Weil diese Teilzeitarbeit befristet ist, wird sie auch „Brückenteilzeit“ genannt. Berechtigt ist jeder Angestellte, der mindestens sechs Monate im Unternehmen ist. Er muss den Antrag drei Monate vorher stellen und darin angeben, wie er die Arbeitszeit reduziert haben möchte. Dann muss er dies mit seinem Chef erörtern. Allerdings gilt die neue Regelung uneingeschränkt nur für Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitern. Sind es weniger, ist die Zahl der Bewilligungen begrenzt. Bei 50 Mitarbeitern dürfen zum Beispiel höchstens vier von ihnen auf ihrem Recht auf Teilzeitbefristung bestehen, bei 100 sind es sieben und bei 150 elf. Wenn mehr Beschäftigte Teilzeit arbeiten wollen, müssen sie hoffen, dass der Arbeitgeber dem zustimmt. Firmen mit weniger als 45 Beschäftigten sind von der Regelung ohnedies ausgenommen. (fahe.)