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Geplante Rückkehr in Vollzeit : Wie Arbeitnehmer künftig nicht mehr in die Teilzeitfalle tappen sollen

Gezwungen oder gewollt? Vor allem Mütter sollen leichter zur Vollzeit zurückkehren können. Bild: Felix Schmitt

Die Zahl der Teilzeitbeschäftigten nimmt seit Jahren zu. Und nicht jeder, der wieder Vollzeit arbeiten will, bekommt seinen Wunsch auch erfüllt. Ein neues Gesetz soll helfen – viele Unternehmen bleiben aber skeptisch.

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          Bei der Mainova haben es Teilzeitbeschäftigte gut. Frage: Wurden bisher alle Wünsche nach Rückkehr in Vollzeit erfüllt? Antwort: Ja, wenn es sich um eine Vollzeitstelle handelt. Wenn es nur überall so wäre. Seit die Teilzeitbeschäftigung an Bedeutung gewinnt, heißt es von den Gewerkschaften, die Beschäftigten steckten in einer regelrechten „Teilzeitfalle“: Vollzeitbeschäftigte hätten zwar einen Rechtsanspruch auf Arbeitszeit-Reduzierung, aber das Aufstocken der Stundenzahl, wenn zum Beispiel zu Hause die Kinder aus dem Gröbsten heraus sind, funktioniere nicht.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Seit Jahresbeginn gibt es deshalb ein Recht auf „Brückenteilzeit“ (siehe Kasten). Arbeitnehmer können nun für begrenzte Zeit nicht nur in Teilzeit arbeiten, sondern auch sicher wieder auf Vollzeit zurückkehren. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hofft, so die Teilzeitfalle zu entschärfen. Dabei ist durchaus umstritten, ob sie überhaupt existiert. Kritiker nennen sie eher eine „Bequemlichkeitsfalle“. So viel ist statistisch unbestreitbar: Mehr als jeder vierte der 2,5 Millionen Beschäftigen in Hessen hat einen Teilzeitarbeitsvertrag. Ihre Zahl nimmt seit Jahren zu, stärker als die Zahl der Vollbeschäftigten. Fast die Hälfte der angestellten Frauen – mehr als eine halbe Million – ist in Teilzeit angestellt, der Großteil von ihnen hat Kinder. Bei den Männern ist es dagegen nur jeder Neunte.

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