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Geowissenschaften : Alle lieben den Neubau auf dem Riedberg

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Schon fast zu klein: das Geozentrum auf dem Frankfurter Riedberg Bild: F.A.Z. - Dieter Rüchel

Das Denkmal für die Neuorganisation der Geowissenschaften steht auf dem Riedberg-Campus, hat 29 Millionen Euro gekostet und bietet 7000 Quadratmeter Nutzfläche.

          Das Denkmal für die Neuorganisation der Geowissenschaften steht auf dem Riedberg-Campus, hat 29 Millionen Euro gekostet und bietet 7000 Quadratmeter Nutzfläche. Seit dem vergangenen Frühjahr beherbergt das Frankfurter Geozentrum die Mehrzahl der hessischen Universitätsforscher, die sich mit Erdgeschichte, Gesteinskunde, Geographie oder Meteorologie befassen. Die geowissenschaftlichen Institute in Gießen und Marburg sind mittlerweile aufgelöst; außer dem Standort Frankfurt blieb nur das Zentrum für Angewandte Geowissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt erhalten.

          Dass der Frankfurter Neubau gelungen ist, darin sind sich alle einig, auch jene, die dort eingezogen sind, weil ihre früheren Wirkungsstätten geschlossen wurden. „Sehr schön“ findet Dekan Gerhard Brey das Gebäude; „bestens“ seien die Arbeitsbedingungen, lobt Peter Prinz-Grimm, der seinen Lehrstuhl in Marburg hatte; „ausgezeichnet“ findet der früher in Gießen tätige Professor Wolfgang Franke die Zusammenführung der verschiedenen Disziplinen unter einem Dach. Brey bedauert nur, dass das Raumangebot im Geozentrum recht knapp bemessen sei: „Im Moment geht es noch so. Aber die Meteorologie beantragt gerade einen neuen Sonderforschungsbereich und will dafür neue Leute einstellen. Wenn das durchkommt, sind wir, was den Platz betrifft, am Anschlag.“

          Nicht ganz so freundlich wie das bauliche Resultat beurteilen die Professoren den Prozess der Zentrenbildung selbst. Keiner von ihnen findet die Zusammenlegung kleinerer Institute und Studiengänge per se verwerflich. „Aber Fächer muss man konzentrieren, wenn man viel Geld hat“, meint Brey. „Dann gibt es auch Gestaltungsmöglichkeiten, nämlich über die Professorenstellen.“ Die Konzentration der hessischen Geowissenschaften, die Ende der neunziger Jahre in Angriff genommen worden war, erscheint ihm eher als Sparprogramm. In Frankfurt sei die Stellenzahl wenigstens nicht reduziert worden; sie entspreche etwa dem Stand von 1995. Dafür habe man aber Gießen und Marburg aufgegeben. Nach Angaben Frankes sind dort insgesamt 18 Professuren verlorengegangen. Auch ihn ärgert nach eigenem Bekunden, dass Frankfurt keine zusätzlichen Hochschullehrer berufen hat. Kollege Prinz-Grimm kritisiert zudem, dass mit der Schließung der mittelhessischen Institute bestimmte Zweige der Geowissenschaften gekappt worden seien – beispielsweise die systematische Paläontologie, die in Hessen jetzt nur noch am Frankfurter Senckenberg-Institut gepflegt werde.

          Nicht vom Aussterben bedroht sind hingegen die angewandten Geowissenschaften, wenn man Institutsdirektor Hans-Joachim Kleebe glauben darf. Die Darmstädter haben das Fach seit 2005 neu ausgerichtet und widmen sich jetzt den Forschungsschwerpunkten Wasser, Energie und Umwelt. Acht Professuren gibt es am Institut, und auch mit der Ausstattung ist Kleebe zufrieden. Das Frankfurter Geozentrum sieht er keineswegs als bedrohliche Konkurrenz, sondern als Partnerinstitution: „Wir bieten Vorlesungen für die Studenten dort an, und unsere Leute sitzen als Berater in den Frankfurter Berufungskommissionen.“

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