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Zu wenig Thermalwasser : Plan eines Geothermie-Werks in Hessen scheitert

  • Aktualisiert am

Auf Probe: die erste hessische Geothermie-Bohrung in 2011 Bild: dpa

Das erste Erdwärme-Kraftwerk in Hessen sollte Energie aus großer Tiefe holen. Die Landesregierung unterstützte das Projekt. Nun stellt sich heraus: Die Wärme reicht nicht.

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          Es ist das Aus für ein Vorzeige-Projekt. Das geplante erste Geothermie-Kraftwerk in Hessen wird nicht gebaut. Bohrarbeiten östlich von Trebur hätten ergeben, dass entgegen den Erwartungen nicht ausreichend Thermalwasser in der Tiefe vorhanden sei, teilte die Überlandwerk Groß-Gerau (ÜWG) GmbH am Dienstag mit. „Für uns ist mit dem heutigen Tage das Kapitel Tiefengeothermiekraftwerk beendet“, sagte ÜWG-Geschäftsführer Detlev Höhne.

          Das Kraftwerk sollte 2017 gebaut werden und zwischen Ende 2017 und Anfang 2018 in Betrieb gehen. Bis dahin waren insgesamt bis zu 50 Millionen Euro veranschlagt. Tatsächlich investiert worden seien bisher mehr als zehn Millionen Euro, sagte ein ÜWG-Sprecher. Gebohrt worden war in etwas mehr als 4000 Metern Tiefe.

          Was mit dem Bohrplatz jetzt passieren könnte

          Planungen zufolge sollten rund 7200 Haushalte mit Strom versorgt werden, etwa 400 Haushalte mit Wärme. Pro Jahr hätten rund 25 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produziert werden können, so die Planungen. Mit der Wärme hätten den Berechnungen zufolge jährlich 750.000 Liter Heizöl gespart werden können.

          Jetzt klopft Überlandwerk zwei Möglichkeiten ab. „Zum einen wäre ein kompletter Rückbau des Bohrplatzes inklusive der Verfüllung des Bohrlochs möglich“, sagte Höhne. Zum anderen wäre auch denkbar, „eine Tiefe-Erdwärmesonde, um Heizenergie für beispielsweise angrenzende landwirtschaftliche Betriebe oder Gewerbebetriebe zu gewinnen“. Ein solches Projekt gibt es bereits in Groß-Umstadt im Odenwald.

          Auch einige Kritiker des Werkes in der Region

          „Ein eventueller Rückbau des Bohrplatzes und der Bohrung müsste vom Regierungspräsidium Darmstadt nach Bergrecht zugelassen und überwacht werden“, teilte die Behörde als Reaktion mit. „Auch eine energetische Nutzung des Bohrlochs müsste vom Unternehmen geplant und uns zur Prüfung und Genehmigung vorgelegt werden.“ Das Umweltministerium äußerte sich nicht und verwies auf das Regierungspräsidium. Die Darmstädter Behörde war auch für die bisherigen Genehmigungen verantwortlich.

          Vom Geothermie-Kraftwerk waren in der Region nicht alle Menschen begeistert. Zu den Gegnern gehören mehrere Bauern. Sie befürchteten, dass es an Gebäuden zu Rissen kommen und das Grundwasser verunreinigt werden könnte. Kritiker wiesen auf ähnliche Probleme im rheinland-pfälzischen Landau hin, die ein Erdwärmekraftwerk dort hervorgerufen habe. Das Überlandwerk hatte die Kritik zurückgewiesen.

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