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App über Limes im Taunus : Zwischen den Erklärungen ein Quiz

Passender Rahmen: Die Limes-App „Explore“ ist gestern in der Saalburg vorgestellt worden. Bild: Cornelia Sick

Man kann die Geschichte des Limes im Taunus durchaus erkunden, ohne von der Couch aufzustehen. Eine neue App namens „Explore“ macht es möglich.

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          Wer ein Archäologe sein will, muss vorsichtig pusten. So verschwindet nach und nach der Sand und ein Gefäß aus der Antike kommt zutage. Das findet zwar nur auf dem Bildschirm eines Smartphones statt, ist mehr als bloße Spielerei, sondern dient der Vermittlung von Wissen: Eine neue Anwendung mit dem Namen „Explore“ stellt den Limes und die Stationen an der Außengrenze des römischen Weltreichs vor, nicht nur mit erklärenden Texten und Fotos, sondern auch mit spielerischen Elementen. So kann sich der Nutzer wie ein Archäologe fühlen, der ein Kastell entdeckt und ausgräbt. Die App, vorgestellt gestern auf der Saalburg im Taunus, wurde im Auftrag des hessischen Landesamts für Denkmalpflege entwickelt und wird in den nächsten Monaten unentgeltlich erhält sein, wie das Landesamt mitteilte.

          Jan Schiefenhövel
          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Entworfen hat das Programm Jörg Berdux, Wissenschaftler an der Hochschule Rhein-Main in Wiesbaden, zusammen mit seinen Studenten. Dafür wurden nach seinen Worten die Daten aus dem Kulturlandschaftsinformationssystem verwendet, einer gemeinsamen Datenbank des Landes Hessen, des Landschaftsverbands Rheinland-Pfalz und Rheinischen Vereins für Denkmal- und Landschaftsschutz, angereichert mit touristischen Hinweisen und praktischen Ratschlägen, zum Beispiel einer Anfahrtsbeschreibung.

          Stück für Stück

          Ein großer Teil der Daten wird in den Speicher des Smartphones geladen, so dass der Nutzer die App auch draußen im Gelände verwenden kann, wo keine Internetverbindung auf Empfang ist. Offline abrufbar ist zum Beispiel eine Karte mit dem Verlauf des Limes und mit den Standorten von Kastellen, Wachtürmen und anderen Sehenswürdigkeiten.

          Die App führt den Nutzer durch einen Standortort, zum Beispiel durch das Kastell Zugmantel bei Wiesbaden, das Stück für Stück erklärt wird. Dabei wird auch das Amphitheater nördlich des befestigten Lagers vorgestellt. Das Alltagsleben der römischen Soldaten wird anschaulich gemacht anhand von archäologischen Funden, zum Beispiel die für die römische Kultur so wichtige Badekultur anhand eines Bades unterhalb der Quelle der Aar. Zwischen den Erklärungen wird das Wissen des Besuchers in einem Quiz abgefragt.

          Die App ist zur Vorbereitung eines Ausflugs auch zuhause „auf der Couch“ nutzbar, wie Berdux sagte. So zeigen Fotos, was an Ort und Stelle zu sehen ist, denn nicht überall wird so viel geboten wie in dem nachgebauten Kastell Saalburg. Manchmal finden Ausflügler nur einen Palisadenzaun vor. Bereitgestellt werden auch praktischen Informationen wie die Wettervorhersage für den Ort einer Sehenswürdigkeit.

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