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Fair Finance Week : Geld sinnvoll anlegen

Sorgte für eine gute Nachricht für die Fair Finance Week: Finanzminister Schäfer Bild: Wolfgang Eilmes

Große Namen aus der Finanzwelt treffen sich diese Woche in Frankfurt zur Euro Finance Week. Deutlich kleiner ist die Alternativ-Veranstaltung: die Fair Finance Week.

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          Auch Thomas Schäfer (CDU) dürfte die unterschiedlichen Größenordnungen auf den ersten Blick wahrgenommen haben. Am Montagmorgen hatte der hessische Finanzminister im Congress Center der Messe Frankfurt die Euro Finance Week eröffnet, vor einer Reihe internationaler Pressevertreter, mit dem luxemburgischen Finanzminister und dem Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank als Gäste. Am Abend dann läutete er die parallel laufende Fair Finance Week ein - in einem Saal der evangelischen Katharinengemeinde im Frankfurter Westend. 100 Stühle waren gestellt, etwa 70 Zuhörer vor Ort.

          Daniel Schleidt
          Stellvertretender Koordinator der Wirtschaftsredaktion in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die unterschiedlichen Dimensionen sind Spiegelbild der Gründe, warum nachhaltige Geldanlagen in Deutschland nach wie vor ein Randerscheinung sind: Es ist sehr schwierig, in der Gesellschaft ein Bewusstsein für nachhaltiges Banking zu schaffen. „Fairen Kaffee kennt jeder, faire Finanzanlagen fast niemand“, sagt Silvia Winkler. Sie ist Geschäftsführerin des Förderkreises Hessen-Pfalz von Oikocredit, einer internationalen Kreditgenossenschaft, die Entwicklungsprojekte finanziert und die Fair Finance Week mitveranstaltet. An fünf Abenden diskutieren Experten Vorteile und Schwierigkeiten nachhaltiger Finanzanlagen.

          Helge Wulsdorf findet, das Thema leide an einem Henne-Ei-Problem. „Die Bürger sagen, sie könnten nicht nachhaltig investieren, weil die Banken kaum nachhaltige Finanzprodukte anbieten. Die Banken sagen, sie tun das nicht, weil die Bürger es nicht nachfragen.“ Wulsdorf beschäftigt sich bei der Bank für Kirche und Caritas mit nachhaltigen Geldanlagen und ist Keynote-Referent an diesem Abend. Eine seiner Thesen lautet: Faire Geldanlagen retten nicht die Welt - leisten aber einen wesentlichen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit. Während die Banken in der Regel bei ihren Angeboten auf den Dreiklang von Sicherheit, Rendite und Liquidität achteten, komme bei nachhaltigen Geldanlagen der Aspekt der Wirkung hinzu, sagt Silvia Winkler.

          Die meisten Leute wünschten sich nämlich Transparenz über die Anlage ihres Geldes und dabei vor allem sinnvolle Einsatzgebiete, etwa Entwicklungsprojekte oder Investitionen in Krankenhäuser. „Unsere Kunden wollen wissen, was mit ihrem Geld gemacht wird“, sagt Arnd Erler, Teamleiter Privatkunden der Evangelischen Bank in Frankfurt. Sein Haus tritt gemeinsam mit der GLS Bank, der Triodos Bank und Oikocredit als Fair-Finance-Netzwerk auf, das die Veranstaltungsreihe organisiert.

          Nachhaltigkeit lasse sich nicht so einfach erklären, deshalb bedürfe es der Aufklärung. „Den meisten Menschen geht es bei Finanzfragen darum, ihr Geld zu vermehren“, sagt Wulsdorf. Das sei auch in Ordnung, auch Nachhaltigkeitsbanken müssten Geld verdienen - was ihnen auch gelingt. Doch die wenigsten kämen auf die Idee, damit auch noch sinnvolle Projekte fördern zu können. Finanzminister Schäfer findet, in der Bevölkerung sei der Wunsch gewachsen, dass sich die Finanzbranche nicht ausschließlich dem grenzenlosen Geldverdienen verschreiben solle. Für die Veranstalter der Fair Finance Week dürfte das eine gute Nachricht sein.

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