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: Geld für den Riedberg-Anschluss

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Die Finanzierung der geplanten Stadtbahn zum Neubaugebiet Riedberg ist gesichert. Gestern hat der Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium Klaus-Peter Güttler (SPD) dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski (Grüne) ...

          Die Finanzierung der geplanten Stadtbahn zum Neubaugebiet Riedberg ist gesichert. Gestern hat der Staatssekretär im hessischen Verkehrsministerium Klaus-Peter Güttler (SPD) dem Frankfurter Verkehrsdezernenten Lutz Sikorski (Grüne) einen "vorläufigen Zuwendungsbescheid" für eine neue Stadtbahn-Strecke zwischen Niederursel und Kalbach über den Riedberg übergeben. "In drei Jahren fahren wir mit der Stadtbahn zum Riedberg", kündigte der sichtbar euphorisierte Dezernent an. Güttler sprach von einer "guten Nachricht für Frankfurt".

          Der Bund wird 60 Prozent der Kosten für das mehr als 50 Millionen Euro teure Bauprojekt übernehmen, das die Anbindung des neuen Stadtteils Riedberg und damit auch des neuen naturwissenschaftlichen Campus der Goethe-Universität an das Stadtbahn-Netz gewährleistet. Das Land wird Güttler zufolge etwa 15 Prozent der Bausumme tragen, die Stadt Frankfurt die restlichen 25 Prozent.

          Eine Linie (U 31) wird, wie berichtet, vom Südbahnhof auf der bestehenden A-Strecke über die Eschersheimer Landstraße bis Niederursel und von dort auf einer noch zu bauenden Strecke bis zum Riedberg führen. Eine zweite Linie (U 41) wird von Nieder-Eschbach über den Riedberg zum Nordwestzentrum und nach Ginnheim verlaufen. In den Hauptverkehrszeiten wird damit alle 7,5 Minuten eine Bahn auf dem Riedberg verkehren.

          Der jetzt erteilte Bescheid aus Wiesbaden erlaubt der Stadt und ihrer Verkehrsgesellschaft (VGF) als Bauträger, sofort Bauleistungen zu vergeben. Man werde gleich zu Jahresbeginn die Aufträge ausschreiben und Mitte des Jahres erteilen, kündigte VGF-Geschäftsführer Michael Budig an. Im Jahr 2010 werde die Strecke in Betrieb genommen. Sorge mache ihm der Anstieg der Baupreise. Deshalb muss sich erst noch herausstellen, ob sich die von Güttler genannten Baukosten von 53 bis 54 Millionen Euro nicht noch erhöhen. Einschließlich der von der Stadt zu tragenden Vorbereitungskosten liegt das Vorhaben ohnehin bei 60 bis 62 Millionen Euro. Somit dürfte Frankfurt, das 25 Prozent der Baukosten tragen und besagte Vorbereitungen übernehmen muss, auf einen zu finanzierenden Betrag von mehr als 20 Millionen Euro kommen. Das Geld werden sich Stadt und VGF auf dem Kreditmarkt beschaffen, womöglich kommt ein Teil der Mittel aus dem Topf der Stellplatzablöse.

          Die jetzt gewählte Anbindung des Riedbergs an das Frankfurter Stadtbahnnetz ersetzt die zuvor geplante D-II-Strecke mit einem Tunnel von Bockenheim nach Ginnheim. Die Planung für diese Variante war im Frühjahr 2006 schon fast abgeschlossen, und auch ihre Finanzierung war gesichert. In ihrem Koalitionsvertrag hatten CDU und Grüne die teure Tunnellösung dann aber verworfen und danach das Planungsverfahren aufgegeben. Die neue, billigere Lösung war allerdings im Bundesverkehrsministerium nicht auf ungeteilte Zustimmung gestoßen, erst vor wenigen Wochen hatten Sikorski und Güttler gemeinsam den zuständigen Staatssekretär Jörg Hennerkes (SPD) endgültig davon überzeugt, dass das Vorhaben förderungswürdig sei.

          Allerdings hat sich die Stadt nicht zuletzt auf Drängen des Bundes die Option auf einen Lückenschluss im Stadtbahn-Netz zwischen Bockenheim und Ginnheim offengehalten. Diese Option würde nach Angaben Güttlers allerdings nur gezogen, wenn sich der jetzt gewählte Riedberg-Anschluss als nicht hinreichend erwiese. Deshalb müsse man diese Option "zurückhaltend" betrachten. Ohnehin komme die Tunnellösung nicht mehr in Frage - wenn in Ginnheim überhaupt jemals eine Linie gebaut werde, dann nur oberirdisch.

          Die jetzt vor ihrem Baubeginn stehende Strecke über den Riedberg ist 3,1 Kilometer lang und beginnt an der bestehenden Station "Niederursel". Die Trasse zweigt unmittelbar danach nach Nordosten ab, erschließt in einem Bogen den Riedberg, überquert auf Höhe des Bonifatiusbrunnens die A 661 und mündet südlich von Kalbach in die bestehende Linie U 2. Weiterhin wird ein etwa 700 Meter langes Verbindungsstück zwischen den Stationen "Wiesenau" und "Heddernheimer Landstraße" hergestellt. Auf diese Weise entsteht als Linie U 41 eine Direktverbindung von Nieder-Eschbach nach Ginnheim. Die neuen Streckenabschnitte werden durchgehend mit zwei Gleisen ausgestattet.

          Die U 31 in die Innenstadt soll den ganzen Tag über im 15-Minuten-Takt verkehren. Sie belegt auf der stark belasteten A-Strecke die Hälfte der Kapazitäten der bisherigen U 3, die künftig nicht mehr alle 7,5 Minuten, sondern nur noch alle 15 Minuten nach Oberursel fahren wird. Hinter der Station Riedberg wird eine Wendeanlage errichtet, auf der die Wagen der U 31 umkehren können. rieb.

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