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Gegen Proteste der AfD : Die gendergerechte Sprache bleibt

„Verschandelung der deutschen Sprache“? Der Offenbacher Kreistag stimmte für die Verwendung gendergerechter Sprache. Bild: dpa

Der Offenbacher Kreistag lehnt mit großer Mehrheit einen Antrag der Alternativen Liste Offenbach-Land gegen gendergerechtes Deutsch ab. Gegen die Forderung einer Rückkehr „zur Sprache Goethes und Schillers“ argumentierten CDU und FDP für Gleichberechtigung und den Sprachwandel.

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          Schreibweisen wie LehrerInnen, Lehrer*innen oder Lehrer_innen sind der Fraktion der Alternativen Liste Offenbach-Land (Alo) im Offenbacher Kreistag ein Dorn im Auge. Eine „Verschandelung der deutschen Sprache“ monierte der Alo-Abgeordnete Maximilian Müger in Dietzenbach. Daher solle der Kreis eine Resolution gegen gendergerechte Sprache unterstützen. Außerdem solle der Kreisausschuss auf schon verwendete Regelungen zur gendergerechten Sprache nicht mehr zurückgreifen. Deutsch sei nämlich „keine genderungerechte Sprache“, sagte Müger.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Nötig sei eine Rückkehr zur Sprache Goethes und Schillers. Die Alternative Liste Offenbach-Land stellt zwei Abgeordnete, die früher der AfD-Fraktion angehörten. Im Mai verließen sie die AfD und bildeten im Juni die Alo-Fraktion.

          Sprache verändert sich

          Der Alo-Vorstoß kam bei den anderen Fraktionen nicht gut an. Die CDU sei für eine gendergerechte Sprache, machte die frühere Erste Stadträtin von Seligenstadt, Claudia Bicherl, deutlich. Falls nur Männer genannt würden, spiegele sich dies im Denken wider. Damit Frauen sich angesprochen fühlten, sollten sie auch genannt werden. Nur so würden sie sichtbar. Gendergerechte Sprache zeige, dass Männer und Frauen gemeint seien.

          Der FDP-Fraktionsvorsitzende Michael Schüßler ließ erkennen, dass er kein Freund des Gender-Sternchens sei. Gemeinsames Ziel sei jedoch, diskriminierungsfrei und unter Berücksichtigung aller Geschlechter miteinander umzugehen. Sprache entwickele sich; deshalb wolle die FDP nicht zur Sprache Goethes und Schillers zurückkehren. Goethe sei 1749 geboren. Das Rollenverständnis habe sich seither fortentwickelt.

          Der Fraktionsvorsitzende der Freien Liste – Nichtparteigebundene Einwohner-Vertreter (FL-NEV), Heinz-Georg Sehring, sagte, seine Fraktion sei nicht für Resolutionen zu haben: „Wir sind kein Resolutionstag, sondern ein Kreistag.“

          Der AfD-Fraktionsvorsitzende Robert Rankl forderte, sich lieber den wichtigen Themen zu widmen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Schmitt wies darauf hin, dass es für sprachliche Belange Verordnungen gebe, an die sich der Kreis halten müsse. Es liege nicht in seiner Macht, Vorgaben zu ändern. Mit großer Mehrheit wurde der Antrag abgelehnt. Nur die Alternative Liste Offenbach-Land stimmte dafür; AfD und FL-NEV enthielten sich.

          Rankl führt weiter AfD-Kreis

          Der Sprecher der AfD im Kreis Offenbach heißt auch nach einer mündlichen Verhandlung gestern vor dem Amtsgericht Frankfurt Robert Rankl. Der Landesvorstand der Partei hat über Monate versucht, Rankl mit einer Ämtersperre von offiziellen Funktionen der Partei fernzuhalten. Zuletzt wollte die Landesspitze Rankls Wiederwahl zum Kreissprecher verhindern. Der jedoch verhinderte das mit einer Verfügung des Amtsgerichts Frankfurt und wurde am 9. November wieder zum Kreissprecher gewählt. Der Widerspruch des Landesverbands gegen die Verfügung wurde gestern verhandelt. Er endete laut Rankl mit dem Eingeständnis des Landesvorstands, dass man die Faktenlage anerkennen müsse.

          Anders als etwa im Fall der aus der Partei ausgeschlossenen AfD-Fraktionschefin im Offenbacher Stadtparlament, Christin Thüne, ging es im Streit zwischen dem Landesvorstand und Rankl offenbar nicht um rechtsextreme Äußerungen, sondern um mögliche finanzielle Unregelmäßigkeiten, die Rankl Parteifreunden vorwarf. (jor.)

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