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Protest gegen Bau der A 49 : Stundenlanges Verkehrschaos nach Abseilaktionen

Aktivisten haben sich am Montagmorgen von der Brücke der Offenbacher Landstraße über der A661abgeseilt und damit die Autobahn gesperrt. Bild: Lucas Bäuml

Am Montagmorgen haben sich abermals Umweltaktivisten von mehreren Brücken in Rhein-Main abgeseilt. Sie protestierten damit gegen Rodungen für die geplante A 49. Mittlerweile sind die wegen der Proteste gesperrten Autobahnen wieder frei.

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          Sogenannte Umweltaktivisten, die sich von drei Autobahnbrücken abseilten, um damit gegen die Rodung von Wald für den Weiterbau der A 49 im Landkreis Marburg/Biedenkopf zu protestieren, haben am Montagmorgen in der Rhein-Main-Region den Berufs- und Tansitverkehr erheblich behindert. Die Polizei sperrte zunächst Abschnitte der A3, der A5 und der A 661 für mehrere Stunden, es bildeten sich lange Staus. Auch der öffentliche Nahverkehr wurde in Mitleidenschaft gezogen, zwei Straßenbahnlinien in Frankfurt waren unterbrochen.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die Polizei gab die Autobahnen am Montagmittag wieder für den Verkehr frei. Man habe auf  die Spezialisten der Höhenrettung warten müssen, sagte ein Polizeisprecher. Die meisten von ihnen seien im Herrenwald nahe Stadtallendorf und im Dannenröder Forst bei Homberg/Ohm  eingesetzt, um Demonstranten gegen den Weiterbau der A 49 aus  Baumhäusern zu holen, in denen sie sich verschanzt haben. Die zum Teil gewalttätigen Proteste ziehen sich schon seit Wochen hin. Hunderte Polizisten sind im Einsatz, um die Rodungsarbeiten zu ermöglichen und Baumaschinen zu sichern.

          A 3, A 5 und A 661 betroffen

          Die Verkehrsblockade in Südhessen hatte am Montagmorgen gegen 6.45 Uhr begonnen. Mehrere Menschen seilten sich nach Polizeiangaben von Brücken zwischen dem Wiesbadener Kreuz und Niedernhausen über der A 3, zwischen dem Kaiserleikreisel und Taunusring über der A 661 und  in Höhe des Luftbrückendenkmals und Zeppelinheim über der A 5 ab. Entsprechende Bilder verbreiteten Helfer über soziale Medien. Man wolle Aufmerksamkeit für das Anliegen erzeugen, den Wald zu retten, hieß es.

          An den Geländern der Brücken wurden Plakate aufgehängt. Eines zeigt den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen). Er hatte auf einem Parteitag am Samstag davon gesprochen, dass er den Weiterbau der A 49 nie gewollt habe, weil es mit den Vorstellungen seiner Partei zu einer Verkehrswende nicht zu vereinbaren sei. Er habe sich aber mit dem Koalitionspartner CDU darauf geeinigt, dieses Projekt des Bundes zu Ende zu bringen.

          Es kam zu einigen Unfällen. Ob diese im Zusammenhang mit den Staus stehen, sei noch nicht klar, sagte ein Polizeisprecher. Bei einer ähnlichen Aktion vor zwei Wochen an der A 3 war es zu einer schweren Kollision an einem Stauende gekommen, bei der ein Autofahrer schwer verletzt wurde.

          Wirtschaft fürchtet Schaden

          Die Teilnehmer müssen mit Strafverfahren wegen gefährlicher Eingriffe in den Straßenverkehr und Nötigung rechnen. Die Fraktionsvorsitzende der CDU im Landtag, Ines Claus, äußerte sich auf Twitter: „Aus dem letzten Schwerverletzten haben die sogenannten A49-Aktivisten leider nichts gelernt."

          In Frankfurt war auch der ÖPNV betroffen: Die Straßenbahnlinien 15 und 16 konnten nicht wie gewohnt verkehren, da sie eine Brücke über die A 661 nicht passieren konnten. Von dieser hatten sich Aktivisten abgeseilt.

          Der Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Robert Lippmann, äußerte sich am Montag besorgt darüber, dass der Protest zunehmend in die Wirtschaft und Verkehrsabläufe eingreife. Diese Aktionen schadeten dem Wirtschaftsstandort Hessen. Die Wirtschaft und viele Menschen in der Region warteten seit 40 Jahren auf den Lückenschluss der A 49. Es sei wichtig, den Ausbau erfolgreich abzuschließen. Die „Zukunftsfähigkeit“ des Wirtschaftsstandortes stehe in Frage, „wenn auch mehrfach demokratisch legitimierte Infrastrukturprojekte nicht mehr realisiert werden können“.

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