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Gefahr durch Cyberattacken : Angriffe rund um die Uhr

  • -Aktualisiert am

Rechts der Geldautomat, links die Medienrückgabe: Vor einem Jahr hackten sich Unbekannte in die Datenbank der Stadtbücherei, sollen am Ende aber doch keine Nutzerdaten gestohlen haben. Bild: Anna Jockisch

Mehr als 300.000 Schadprogramme werden in Deutschland täglich in Umlauf gebracht. Die meisten Hacker verfolgen finanzielle Interessen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie hat dazu Empfehlungen veröffentlicht.

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          Die Angreifer machen niemals Pause, ununterbrochen versuchen sie, die digitalen Mauern einzunehmen, um zu den Servern, Computern und in die Kommunikationssysteme der Stadt vorzudringen. Genauso ergeht es Banken, Krankenhäusern, Unternehmen, Bundesbehörden, Privatleuten. Niemand ist vor den Viren sicher, die Schadsoftware auf Computer oder in ganze digitale Netzwerke einschleusen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie in Bonn berichtet in seinem Lagebericht für 2019 gar von 320.000 Schadprogrammen, die Tag für Tag in Umlauf gebracht werden.

          Der weitaus größte Teil wird abgewehrt, aber mit einem der Programme waren genau vor einem Jahr unbekannte Täter in Frankfurt erfolgreich. Sie hackten sich in die Datenbank der Stadtbücherei, sollen am Ende aber doch keine Nutzerdaten gestohlen haben. Schaden richteten sie dennoch an, der Online-Katalog musste vorübergehend stillgelegt und die Software-Struktur schließlich komplett neu aufgebaut werden.

          Das plant nun auch die Universität in Gießen, die seit mittlerweile zwei Wochen ohne Studentendaten, Buchhaltung, Mail-System, Bibliothekskatalog und ähnliches auskommen muss. Dort steht mittlerweile fest, dass die Hochschule Opfer des derzeit gefährlichsten Schadprogramms Emotet geworden ist: Das Virus Ruyk, dessen Code in den dortigen Systemen aufgespürt wurde, wird von den Tätern als Gefolge von Emotet verbreitet, und während dieses Daten und Adressen besorgt, ermöglicht es Ruyk den Hackern, die Kontrolle über ein Computernetzwerk zu übernehmen.

          Hacker stellen Lösegeldforderung

          Der Nutzen für die Täter liegt in der Lösegeldforderung, die sie ihren Opfern zukommen lassen. Gegen eine Geldzahlung werde man die Daten wieder freigeben, lautet dann das Angebot. Das Bundesamt in Bonn rät ganz allgemein davon ab, auf eine solche Forderung einzugehen. Nicht zuletzt sei ungewiss, ob die völlig anonym agierenden Täter, die Ermittler der Organisierten Kriminalität zuordnen und oft in Ländern wie Russland und der Ukraine vermuten, zu ihrem Wort stünden. In der allergrößten Mehrheit der Fälle stünden hinter Hacker-Angriffen materielle Interessen, heißt es beim Bundesamt, politisch motivierte Sabotage sei weitaus seltener der Fall. Entdeckt werden die Täter noch viel seltener.

          Die infizierten E-Mails, über die ein Großteil der Viren eingeschleust werden, sind perfekt getarnt, für die Empfänger ist so gut wie nicht erkennbar, dass mit dem Absender, den sie in der Regel kennen, etwas nicht stimmt. „Wer draufklickt, ist nicht unvorsichtig“, so eine Expertin des Bundesamtes. Trotzdem gibt es Vorsichtsmaßnahmen. Das Bundesamt, das auch einen Stützpunkt in Hessen unterhält, hat eine lange Liste von Empfehlungen zusammengetragen, was vorbeugend zu tun ist – und was passieren muss, wenn der Viren-Alarm zuschlägt. Den Rechner, auf dem die schadhafte E-Mail einging, solle man in jedem Fall vom Netz nehmen. Gleich das ganze System auszuschalten, wie es die Stadt Frankfurt nun getan hat, sei nur eine der möglichen Varianten, um weiteren Schäden vorzubeugen.

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