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Nach Attentat in Hanau : Gedenktafel für Opfer enthüllt

Die Gedenktafel erinnert an die neun Todesopfer vom 19. Februar. Bild: Lando Hass

In Hanau ist eine Gedenktafel für die Opfer des Attentats vom 19. Februar enthüllt worden. An die Zivilcourage von Vili-Viorel Păun erinnert ein weißes Kreuz aus Stein.

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          „Das, was am 19. Februar in Hanau geschehen ist, darf nie wieder passieren.“ Diesen Wunsch hat Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky am gestrigen Samstag auf dem Kurt-Schumacher-Platz formuliert. Vor sieben Monaten starben dort bei dem rassistisch motivierten Attentat eines Hanauers unschuldige Menschen.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          An das Verbrechen und seine Opfer erinnert seit Samstag, dem „Tag der Zivilcourage“  eine Gedenktafel auf dem Platz. „In Erinnerung und zum Gedenken“ steht über den neun Porträtfotos. „Wir werden sie nie vergessen“, lautet das Versprechen am unteren Rand der Tafel. Enthüllt wurde auch ein großes Kreuz aus weißem Stein, mit dem die Stadt Vili-Viorel Păun besonders ehrt. Der junge Mann war gerade einmal 22 Jahre alt, als er von dem Täter getötet wurde. Vili-Viorel Păun hatte gesehen, wie dieser am Heumarkt auf Menschen geschossen hatte, so Oberbürgermeister Kaminsky. Er sei ihm im Auto bis zum Kurt-Schumacher-Platz gefolgt und habe mehrfach vergeblich versucht, die Polizei zu erreichen. Sein Versuch, den Attentäter aufzuhalten, bezahlte er mit dem Leben. Păun sei ein Held, der besondere Zivilcourage gezeigt habe, sagte Kaminsky.

          Er erinnerte auch an den Hanauer Schüler Mustafa Alptug Sözen, der im November 2018 in der Frankfurter S-Bahn-Station Ostendstraße einem Obdachlosen helfen wollte, dabei von einer Bahn erfasst und getötet wurde. Auch er habe besondere Zivilcourage an den Tag gelegt, sagte der Oberbürgermeister.

          Nach der Enthüllung, zu der viele Angehörige und Freunde der Opfer gekommen waren, wurde auch auf dem Heumarkt in der Innenstadt, wo der Attentäter zuerst Menschen angegriffen hatte, eine Gedenktafel enthüllt.  An weiteren Bausteinen des Erinnerns wird laut Kaminsky noch gearbeitet. Ein Denkmal oder Mahnmal soll es in der Stadt geben. Sowohl die Entscheidung über die Form als auch über den Ort solle unter der breitest möglichen Beteiligung der Stadtgesellschaft getroffen werden. Vor allem die Angehörigen würden dabei zu Wort kommen.

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