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Gebühren fürs Konto erhöht : Die versteckten Kosten des Girokontos

Kostenfalle: Manche Banken verlangen Gebühren für das Geldabheben am eigenen Automaten, wenn es abends oder am Wochenende stattfindet. Bild: Lukas Kreibig

Immer mehr Banken verteuern das normale Girokonto - einige offen, andere über indirekte Gebühren. Nur noch für Gutverdiener gibt es vieles gratis. Das Verbraucherthema.

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          Wer hiesige Banker auf höhere Kontogebühren oder gar Negativzinsen anspricht, hört zunächst nur Dementis: „Wir berechnen den Privatkunden und Gewerbetreibenden bisher keine Negativzinsen für ihre Einlagen“, teilt etwa ein Sprecher der Taunus Sparkasse mit. Sein Kollege von der Mainzer Volksbank sagt zu höheren Entgelten für Konto und Einlagen: „Derzeit ist da nichts geplant.“ Aber er sagt auch: Man behalte die Marktentwicklung natürlich im Auge.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Und die spricht eher für steigende Preise: Eine Raiffeisenbank am Tegernsee bestraft seit dem 1. September Kunden, die bei ihr mehr als 100.000 Euro anlegen, mit einem Negativzins von 0,4 Prozent. Mehrere Sparkassen in Ostdeutschland würden mit ihren Kunden über ähnliche Maßnahmen sprechen, berichtete der dortige Verband. Andere Institute wie die Postbank erhöhen stattdessen die Gebühren für die Kontoführung.

          Sie alle begründen es - ob zu Recht oder nicht - mit den Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank. Zugleich wissen sie: Höhere Preise können Kunden dazu verleiten, zu einer günstigeren Direktbank zu wechseln. Daher greifen manche in die Trickkiste: Sie werben mit günstigen Konditionen, erheben aber Gebühren für Nebenleistungen, die nicht sofort auffallen - und die sich schnell summieren, wie ein Vergleich der Kontokosten von Banken im Rhein-Main-Gebiet zeigt.

          Kontoführung

          Die meisten Banken in der Region verlangen bereits ein monatliches Entgelt für das Girokonto. Allerdings schwanken die Preise und die Leistungen zum Teil erheblich, je nach Bank und Modell. Viele Institute bieten neben einem Normalkonto spezielle Lösungen für Studenten, Kinder oder reines Online-Banking an, zudem gibt es bei fast allen teure Premiummodelle mit zahlreichen Inklusivleistungen. So schwanken die jährlichen Kosten für die Kontoführung zwischen rund 30 Euro pro Jahr, wie etwa bei der Taunus Sparkasse und der Wiesbadener Volksbank, und sogar 300 Euro bei der Vermögensbank BHF.

          Gehaltsbonus

          Wer viel und regelmäßig verdient, ist bei den Banken begehrt. Wenn zum Beispiel monatlich 3000 Euro eingehen, wird bei der Postbank oder auch der Frankfurter Sparkasse das teure Premiumkonto, das eigentlich 118,80 Euro im Jahr kostet, nicht berechnet. Bei der Sparkasse der Mainmetropole ist das normale Konto von 1300 Euro im Monat an gratis. Die Volksbank Mainz benennt für ihr Gratiskonto gar keinen konkreten Mindestbetrag, ihr reicht es aus, dass regelmäßig Gehalt oder Rente eingeht.

          Bankkarte

          Ein in der Region beliebter Kniff ist es, für die Bankkarte eine Zusatzgebühr zu erheben. Die Volksbank Mainz zum Beispiel berechnet für ihr Online-Konto, das bei Gehaltseingang unentgeltlich sein soll, zusätzlich zwölf Euro pro Jahr für die VR-BankCard. Auf diese Girocard wird man aber schwerlich verzichten wollen, schließlich braucht man sie zum Geldabheben oder zum bargeldlosen Bezahlen. Auch die Taunus Sparkasse verlangt jährlich 6 Euro für ihre Bankkarte.

          Kreditkarten

          Bei Kreditkarten, die im Urlaub und fürs Online-Shopping fast unverzichtbar sind, wird unterschiedlich zugelangt. Meist gibt es eine günstige Basisversion von Visa oder Mastercard, auf die aber immer vorher ausreichend Guthaben aufgeladen werden muss. Echte Kreditkarten kosten mindestens 20 bis 30 Euro im Jahr. Wer sie aber kräftig nutzt, spart sich mitunter die Gebühr: So ist bei der Nassauischen Sparkasse die Kreditkarte ab einem Jahresumsatz von 2000 Euro gratis.

          Online-Banking

          Gerade beim Internetbanking stehen die regionalen Banken in harter Konkurrenz zu den kostenlosen Direktbanken wie der ING Diba oder der Comdirect. Daher bieten sie für Online-Konten besonders günstige Tarife an. Aber auch hier empfiehlt sich ein Blick ins Kleingedruckte. Manche Institute berechnen zusätzlich zehn bis zwölf Euro für den Tan-Generator, der einmalige Nummerncodes für jede Transaktion berechnet. Andere verlangen eine Gebühr für jede Online-Buchung. Bei einigen Volksbanken sind es bis zu zehn Cent pro Tan, ohne die keine Online-Überweisung möglich ist. Bei nur zwanzig Buchungen je Monat ergibt allein das bereits jährlich 24 Euro.

          Dispo-Kredit

          Das Konto zu überziehen wird fast überall schnell teuer. Die Dispo-Zinsen liegen in der Region zwischen 9,65 Prozent (Volksbank Mainz) und 11,96 Prozent (Sparkasse Mainz). Günstiger wird es für jene, die sich ein teures Premiumkonto für 118,80 Euro pro Jahr leisten können - oder es als Gutverdiener kostenlos bekommen. Im Fall der Frankfurter Sparkasse werden dann nur 6,78 Prozent fällig. Das ist sogar günstiger als fast bei allen Direktbanken.

          Alltägliche Geldgeschäfte

          Kreativ zeigen sich die Banken auch bei ganz normalen Geldbewegungen. Dass der Gang zum Kontoauszugsdrucker oder zum Schalter bis zu 1,50 Euro oder jede beleghafte Überweisungn bis zu 2,50 Euro kostet, ist für viele normal. Aber selbst für beleglose Überweisungen und Daueraufträge wird zunehmend ein Entgelt verlangt. Die Wiesbadener Volksbank zum Beispiel berechnet für die Einrichtung und Änderung jedes Dauerauftrags 1,50 Euro, denselben Betrag erhebt die BHF für jede Buchung. Andere kassieren für das Geldabheben am eigenen Automaten, wenn es außerhalb der Öffnungszeiten stattfindet. Bei der Frankfurter Volksbank etwa sind dies in ihrem günstigsten Kontomodell 35 Cent pro Vorgang am Automaten. In den teureren ist es weiterhin kostenlos.

          Preisinformationen

          Auf Druck von Verbraucherschützern und des Gesetzgebers sind die meisten Banken inzwischen deutlich transparenter geworden. Die meisten dokumentieren die wesentlichen Entgelte auf ihren Internetseiten in Tabellenform oder als PDF. Ansonsten findet man sie schnell über eine Internetsuchmaschine: Den Namen der Bank mit dem Suchwort „Preisaushang“ zu kombinieren führt in der Regel schnell zum Ziel.

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