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Gateway Gardens : Vier Hochhäuser am Flughafen

Erste hohe Häuser: das Gebäude von DB Schenker in Gateway Gardens. Bild: Röth, Frank

Wegen der geplanten S-Bahn darf in Gateway Gardens mehr gebaut werden als ursprünglich geplant. Ein Architekturwettbewerb ist geplant.

          Weil der Flughafenstadtteil Gateway Gardens an die S-Bahn angebunden wird, darf in dem Frankfurter Bürogebiet mehr gebaut werden. Wegen der besseren Verkehrserschließung sind statt 600.000 Quadratmeter Bürofläche nun rund 700.000 möglich. Im nördlichen Abschnitt können deshalb vier rund 60 Meter hohe Häuser errichtet werden.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Bebauungsplan wird entsprechend geändert. Die Stadtverordneten haben der Änderung schon im September zugestimmt, wahrscheinlich wird sie im nächsten Jahr wirksam. Nach Auskunft des Sprechers des Planungsdezernats wird das Gebiet durch die verfeinerte Planung städtebaulich attraktiver. Die Grundstücke gewönnen auch an Wert, wovon die Stadt wiederum profitiere.

          „Wir wollen ein Bild schaffen“

          Vor allem im nördlichen, noch unbebauten Teil des Geländes wird die Ausnutzung erhöht. Von den vier neuen Hochhäuser sind dort zwei als „Portalsituation“ am östlichen Zugang unmittelbar am Frankfurter Kreuz und zwei am nördlichen Eingang von Gateway Gardens geplant. Sie dürfen wegen des nahen Flughafens nicht höher als 60 Meter werden; der schon fertige Büroturm „Alpha Rotex“ bleibt mit 67 Metern das höchste Gebäude am Flughafen. Die Baufelder im Norden werden verkleinert, um dort stehende alte Bäume zu schonen. Am nördlichen Rand von Gateway Gardens soll ein Parkwald mit Trimm-Dich-Pfad angelegt werden.

          Die Gateway Gardens Projektentwicklungsgesellschaft will für die vier Hochhäuser einen Architekturwettebwerb mit acht Teilnehmern ausschreiben. Nach den Worten von Prokurist Peter Buchholz soll im September 2014 das Ergebnis vorliegen. Die Entwürfe werden interessierten Bauherren angeboten, müssen aber nicht realisiert werden. „Wir wollen ein Bild schaffen und städtebauliche Impulse setzen“, sagt Buchholz.

          Bau der S-Bahn soll Ende 2014 beginnen

          Buchholz geht davon aus, dass die Entwicklung des Stadtteils noch etwa zehn Jahre dauern wird. Auf dem ehemaligen Air-Base-Gelände der Amerikaner, das seit dem Abzug der Soldaten zu einem Bürostandort umgewandelt wird, sollen einmal 16.000 Menschen arbeiten. Bisher ist knapp ein Drittel der Fläche vermarktet. Etwa 4000 Menschen arbeiten schon auf dem Gelände, unter anderem in der Unternehmenszentrale von DB Schenker, bei Condor, Imtech und LSG Skychefs. Außerdem gibt es schon zwei Hotels, ein weiteres sowie das House of Logistics and Mobility (Holm) sind im Bau.

          Das Immobilienunternehmen Bilfinger Berger will bis zum Jahresende entscheiden, ob es tatsächlich seine regionalen Abteilungen am Flughafen zusammenlegt. „Wir prüfen, ob sich das unter Kosten- und Zeitgesichtspunkten umsetzen lässt“, sagte ein Sprecher gestern auf Anfrage. Wie berichtet, hatte das Unternehmen eine Ansiedlung auch von der S-Bahn-Anbindung abhängig gemacht. Die Stadtverordneten haben dem Bau der Trasse, der die Stadt 84 Millionen Euro kostet, inzwischen zugestimmt. Bilfinger hatte vor einigen Wochen angekündigt, seine Belegschaft um 1250 Mitarbeiter zu verkleinern. Der Bau der S-Bahn soll Ende 2014 beginnen und vier Jahre später fertig sein. Für Buchholz ist die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ein enormer Gewinn, denn die Unternehmen arbeiteten zum Teil rund um die Uhr.

          Stadtteil soll unter Verdichtung nicht leiden

          Gateway Gardens wird als öffentlich-private Partnerschaft entwickelt. Die Stadt und die drei privaten Partner Fraport, Groß & Partner und OFB sind an der Projektentwicklungsgesellschaft jeweils zur Hälfte beteiligt. Die Stadt hat das Areal an die privaten Partner verkauft, die für die Erschließung mit Straßen, Brücken und Leitungen aufkommen. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Baufelder an Investoren refinanzieren sie ihre Ausgaben. Sollte nach dem Verkauf sämtlicher Grundstücke noch ein Gewinn verbleiben, wird die Stadt daran beteiligt.

          Schon bei der Gründung der Projektgesellschaft 2004 waren 700.000 Quadratmeter Bürofläche vorgesehen. Diese Summe sei die Grundlage für die Erschließung gewesen, sagt Josef Michel, Projektleiter Gateway Gardens bei der OFB. „Die Erschließung war auf 700.000 Quadratmeter kalkuliert, der Aufwand ist sehr hoch.“ Um für das Gelände auch ohne S-Bahn, deren Bau damals noch nicht feststand, Baurecht zu bekommen, wurde die Bürofläche dann aber auf 600.000 Quadratmeter reduziert. Nun, da sicher ist, dass die S-Bahn kommt, ist eine höhere Verdichtung möglich. Michel setzt vor allem auf Großmieter. „Wir wollen Konzernzentralen nach Gateway Gardens holen.“

          Der Anschluss an die Autobahn 5 wird erst nach der S-Bahn hergestellt. Die Attraktivität des Stadtteils soll unter der Verdichtung nicht leiden. Für Kerstin Hennig, Leiterin für strategische Projekte bei Groß & Partner, ist Gateway Gardens „das grüne Herz“ am hochverdichteten Flughafen. „Das wesentliche Plus ist die hohe Aufenthaltsqualität“, sagt sie.

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