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: Wraps essen und loungen: Das "IMA"

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Vielleicht sieht so tatsächlich die Zukunft des Gastgewerbes aus. Oder zumindest die Zukunft eines Teils jener Branche, die es als ihr Geschäft versteht, Nahrhaftes und Durstlöschendes unter die Leute zu bringen; des Teils der Gastronomie, der in den Metropolen dieser Welt zu Hause ist.

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          Vielleicht sieht so tatsächlich die Zukunft des Gastgewerbes aus. Oder zumindest die Zukunft eines Teils jener Branche, die es als ihr Geschäft versteht, Nahrhaftes und Durstlöschendes unter die Leute zu bringen; des Teils der Gastronomie, der in den Metropolen dieser Welt zu Hause ist. In New York, London, Paris und Tokio werden gemeinhin die Trends gemacht, in Frankfurt kommen sie dann mit ein bißchen Verzögerung an - oder gar nicht.

          Ob das "IMA", das sich selbst als "Multibar" sieht, nun irgendeinem Trend entspricht oder nicht - es bringt auf jeden Fall eine erfrischende Abwechslung in die Frankfurter Szene. Etwas versteckt liegt das kleine Lokal an der Kleinen Bockenheimer Straße. Nebenan residiert seit Urzeiten ein Spanier, ein paar Schritte zur anderen Seite liegt der Eingang zum legendären Jazz-Keller. Das Innere der "Multibar" ist denkbar schlicht gestaltet, postmodern nennt man so etwas wohl: Die Gäste nehmen an einfachen quadratischen oder runden Holztischen Platz, hocken auf mit Plastik bezogenen Schaumstoffquadern oder sitzen in braunen Clubsesseln. Neben der kleinen Bar hat der Diskjockey in einer Art hölzernem Unterstand seinen Platz.

          Meistens ist das "IMA" eigentlich nichts anderes als eine Art modern eingerichteter Imbiß: Mittags kommen Männer in Anzügen und junge Frauen in Kostümen, aber auch Shopper von der nahen Freßgass' vorbei, um sich einen der zehn (köstlichen) Wraps, einen Salat oder eine Baked Potato mit Beilagen zu genehmigen. Alles wird frisch und in Sichtweite der Gäste zubereitet und ist nicht nur geschmacklich makellos. Vor allem die Preise lassen aufhorchen: Für ein sättigendes Mittagessen muß der - normalhungrige Gast - weniger als zehn Euro zahlen. Außerdem gibt es das alles auch zum Mitnehmen.

          An drei Abenden in der Woche macht die "Multibar", die zu Beginn der Woche artig um 20.30 Uhr ihre Tür schließt, dann jedoch eine erstaunliche Verwandlung durch: Am Donnerstag, Freitag und Samstag wird die Theke, an der tagsüber die Wraps gerollt und die Salate angerichtet werden, um halb neun am Abend mit ein paar Handgriffen zum Cocktail-Tresen umgebaut. Die kaum wahrnehmbare Hintergrundmusik, die bis dahin aus den großen Lautsprechern tönte, weicht plötzlich den Sound-Collagen verschiedener DJs - und das Publikum wird mit einem Mal "szenig", oder wie man junge Leute nennen soll, die sich mit ein paar Drinks auf eine lange Nacht einstimmen wollen. Dann herrscht in der "Multibar" bis in die Nacht hinein Partystimmung - anders dürfte es in New York, London oder Tokio auch nicht zugehen. Peter Badenhop

          "IMA", Kleine Bockenheimer Straße 14, Innenstadt, Telefon 90025665, www.ima-multibar.com. Geöffnet montags bis mittwochs von 9.30 bis 20.30 Uhr, donnerstags bis samstags bis 1.30 Uhr, sonntags geschlossen.

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