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Frankfurt : Klubbesucher liegt nach Schlägen im Koma

Jubiläumsfeier mit schrecklichem Ende: Vor der folgenschweren Auseinandersetzung herrschte im „Gibson“ in der Nacht zum Sonntag ausgelassene Stimmung. Bild: Bernd Kammerer

Mehrere Männer sind im Frankfurter Klub „Gibson“ aneinandergeraten. Ein Mann liegt nach der Schlägerei im Koma. Die Polizei hat einen Verdächtigen festgenommen, nach weiteren fahndet sie noch.

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          Bei einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern ist im Frankfurter Klub „Gibson“ am frühen Sonntagmorgen ein Gast lebensgefährlich verletzt worden. Der Einundvierzigjährige aus Mainz erlitt – vermutlich infolge von Schlägen – so schwere Kopfverletzungen, dass er ins Koma fiel. Am Sonntagabend nahm die Polizei einen Tatverdächtigen fest, nach zwei weiteren Männern wird gefahndet.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die genauen Umstände der Schlägerei blieben zunächst unklar. Nach Angaben der Polizei war das Opfer zusammen mit einem Freund gegen 4 Uhr mit einer Gruppe anderer Diskothekenbesucher aneinandergeraten. Darunter war auch der mutmaßliche Täter, ein 38 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Offenbach, der keinen festen Wohnsitz hat. Entgegen der ersten Darstellung von Klubbetreiber Madjid Djamegari spielte sich der Streit offenbar nicht vor den Toiletten, sondern unmittelbar an der Tanzfläche ab. Es soll zu einem Wortgefecht, einer Rempelei und dann einem Handgemenge gekommen sein, bei dem der Mainzer infolge von Schlägen und einem Sturz das Bewusstsein verlor und ein Hirntrauma erlitt. Auch der 43 Jahre alte Begleiter des Opfers wurde erheblich im Gesicht verletzt, konnte aber inzwischen das Krankenhaus wieder verlassen.

          Veranstaltung abgesagt

          Nach Angaben der Polizei haben zahlreiche Gäste das Geschehen verfolgt. An dem Abend wurde das Bestehen des „Gibson“ seit drei Jahren begangen, zudem feierte auch die Mannschaft von Eintracht Frankfurt in dem Klub an der Zeil ihre Saison-Abschluss-Party. Nach Aussagen von Betreiber Djamegari waren das Personal und die Sicherheitskräfte des Klubs nicht in den Vorfall involviert. In einer offiziellen Erklärung hieß es: „Wir sind geschockt und tief betroffen, dass unser Jubiläum ein solches Ende nehmen musste. Wir arbeiten Hand in Hand mit der Polizei, um den Sachverhalt schnellstmöglich aufzuklären und die Beteiligten zu identifizieren.“ Die für Sonntagabend geplante Veranstaltung wurde abgesagt.

          Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen dürften in den nächsten Tagen außer den unmittelbaren Gründen für die heftige Auseinandersetzung und deren Hergang auch die Frage sein, warum das Sicherheitspersonal nicht rechtzeitig eingriff oder eingreifen konnte. Zu dem wird zu klären sein, wie der mutmaßliche Täter in die Diskothek gelangen konnte, die wegen ihrer Ausrichtung auf ein gehobenes Publikum allgemein für ihre „harte Tür“ bekannt ist.

          Der Vorfall vom Sonntag ist nicht der erste dieser Art in einer Frankfurter Diskothek. Im „U60311“ am Roßmarkt erlitt ein Brite im April 2011 bei einer Auseinandersetzung mit mehreren Türstehern so schwere Verletzungen, dass er später an den Folgen starb.

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